Keine Einigung zwischen Spielern und Vereinen

Lockout in der NHL - Kommen Stars nach Europa?

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NHL-Boss Garry Bettman sieht derzeit keinen Ausweg vor einem Lockout in der National Hockey League

New York - In der Eishockey-Profiliga NHL steht der dritte Lockout seit 1994 kurz bevor. Spieler und Vereine können sich nicht auf einen neuen Arbeitsvertrag einigen.

Die Verhandlungen festgefahren, ein erneuter Lockout vor Augen: Um bis zur Deadline am Samstag (Ortszeit) noch einen neuen Arbeitstarifvertrag abzuschließen, bedarf es in der Eishockey-Profiliga NHL eines „Miracle on Ice“. Am Donnerstag konnten sich in New York Spielergewerkschaft NHLPA und Teambesitzer erneut nicht auf einen neuen Deal einigen. „Wir wollen spielen, die Eigner hingegen uns lieber aussperren“, sagte Christian Ehrhoff der Nachrichtenagentur dpa.

Der Nationalspieler von den Buffalo Sabres und Dennis Seidenberg (Boston Bruins) waren zwei von rund 250 Profis, die für die zweitägigen Verhandlungen nach Manhattan kamen, um Einigkeit mit ihrer Gewerkschaft zu demonstrieren. Doch der Auftritt hinterließ bei den Teambesitzern wenig Eindruck. Sie votierten in einer anonymen Abstimmung dafür, die Spieler auszusperren, sollte bis zum Ablauf des aktuellen Vertrages Samstag um Mitternacht kein neues Arbeitspapier zu Stande kommen. Zwar betonte NHL-Boss Gary Bettmann, dass man „jederzeit und an jedem Ort“ weiteren Gesprächen offen gegenüberstehe. Und auch Ehrhoff hob hervor, dass man sich wieder treffen werde, sobald die NHL bereit sei. Doch seit dem 29. Juni gab es bereits etliche Verhandlungen - und dennoch scheint der dritte Lockout seit 1994 unvermeidbar zu sein.

Wie immer machen sich die Parteien gegensätzlich für die Situation verantwortlich. Die Spielergehälter seien zu hoch, argumentieren die Besitzer und zeigen auf Standorte vor allem im Süden der USA, die stark zu kämpfen haben. „Wir wollen ja, dass die stärkeren Vereine den schwächeren helfen und einen finanziellen Ausgleich schaffen. Die NHL hingegen sagt einfach, dass unsere Gehälter zu hoch sind und runter müssen“, ärgert sich Ehrhoff, der in dieser Saison acht Millionen Dollar einstreichen würde. Er verweist auf „Rekordumsätze und Topzuschauerzahlen“ - beides seien Indizien, dass es der Liga sehr gut gehe.

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Bislang bekamen die Profis 57 Prozent der Jahreseinnahmen, die sich in der Vorsaison auf 3,3 Milliarden Dollar beliefen. Die neue NHLPA-Offerte sah vor, die Einkünfte bis 2017 von 54,3 Prozent im ersten Jahr auf 52,3 Prozent im letzten Jahr zu reduzieren. Die Eigner indes wollen einen Sechs-Jahres-Vertrag, der den Spielern zu Beginn 49 Prozent zugesteht und sich zum Ende auf 47 Prozent verringert. „Es scheint, als wäre man nicht allzu weit voneinander entfernt, aber in Wirklichkeit sind sie derzeit nicht einmal auf dem selben Planeten“, meint ESPN-Experte Pierre LeBrun. „Es sieht nicht gut aus“, sagt Sidney Crosby. Beide Seiten müssten etwas opfern, aber es scheine nicht so, als wenn die Besitzer dazu bereit seien, so der Kapitän der Pittsburgh Penguins weiter.

Als er 2005 in die Liga kam, hatte diese gerade eine komplette Saison pausiert. Erst im Dezember 2004 begannen damals die Vertragsgespräche, zwei Monate später sagte Bettman die Spielzeit ab. Knapp 400 Profis spielten daher in Europa - auch diesmal würden sie auf offene Vereinstüren stoßen. Lediglich die russische KHL gab bekannt, dass NHL-Akteure nur unter bestimmten Voraussetzungen - u.a. mindestens 150 NHL-Partien in den vergangenen drei Jahren - eine Spielerlaubnis bekommen.

Jewgeni Malkin (Pittsburgh) hat bereits Kontakt zu seinem Heimatverein Mettalurg Magnitogorsk aufgenommen. Auch Crosby kündigte Europa-Interesse an. Und Ehrhoff könnte womöglich bereits kommende Woche für seinen Ex-Verein, Krefeld Pinguine, auflaufen. „Ich werde bei einem Lockout zurück nach Deutschland fliegen und würde sehr gerne für Krefeld spielen“, so der 30-Jährige, der 2003 mit dem KEV Deutscher Meister wurde. Der Verein sei bereits dabei, Geld zu beschaffen, um die Versicherungssumme zahlen zu können, sagt der Verteidiger.

Seidenberg hatte angekündigt, nach elf Jahren wieder für die Adler Mannheim spielen zu wollen, wo sein Bruder Yannic unter Vertrag ist. Auch ein zweites Geschwister-Paar könnte das Adler-Trikot tragen. „Wenn ich in der DEL spielen würde, wäre Mannheim meine erste Adresse“, betont Marcel Goc. Der Angreifer der Florida Panthers hatte bis zu seinem Wechsel nach Nordamerika 2003 für die Kurpfälzer gestürmt und an der Seite seines drei Jahre jüngeren Bruders Nikolai die Vorbereitung beim sechsmaligen deutschen Meister mitgemacht, ehe er am Dienstag nach Amerika flog.

dpa

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