Lisicki gestoppt: Aus im Halbfinale

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Aus im Halbfinale von Wimbledon: Sabine Lisicki.

London - Die wundersame Reise ist zu Ende, Sabine Lisicki ist bei den 125. All England Championships in Wimbledon im Halbfinale gestoppt worden. Maria Scharapowa ließ den Traum vom Finaleinzug für die Berlinerin platzen.

Die 21 Jahre alte Berlinerin unterlag der Weltranglistensechsten Maria Scharapowa aus Russland mit 4:6, 3:6 und verpasste damit die Chance, als erste deutsche Spielerin seit Steffi Graf 1999 nach der wichtigsten Trophäe im Tennis zu greifen. Graf hatte das Endspiel vor zwölf Jahren allerdings verloren, ihren letzten von sieben TitelWimbledonn auf dem heiligen Rasen gewann sie 1996.

Lisicki, die auf dem Weg in das Halbfinale die Top-Ten-Spielerinnen Li Na (China) und Marion Bartoli ausgeschaltet hatte, muss sich mit einem Preisgeld von 275.000 Pfund (etwa 304. 000 Euro) trösten. Nach anfänglich schwachem Start fing sich Maria Scharapowa ab Mitte des ersten Satzes und spielte danach neben ihrem Können auch ihre ganze Routine aus. Die 24 Jahre alte Russin, Siegerin in Wimbledon 2004, erreichte ihr zweites Endspiel auf dem heiligen Rasen nach 1:27 Stunden, als sie ihren ersten Matchball verwandelte.

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Lisicki, der im gesamten Match kein einziges Ass gelang, hoffte zwischendurch vergeblich auf eine Unterbrechung, nachdem es im dritten Spiel des zweiten Satzes leicht zu regnen begonnen hatte. Statt ihrer trifft nun Scharapowa auf Petra Kvitova, die im ersten Halbfinale als erste Tschechin seit 13 Jahren das Endspiel in Wimbledon erreicht hatte. Die 21 Jahre alte Weltranglistenachte besiegte die Weltranglistenfünfte Wiktoria Asarenka aus Weißrussland mit 6:1, 3:6, 6:2. Für Kvitova ist es die erste Teilnahme am Endspiel eines Grand Slams. Die letzte tschechische Finalistin in Wimbledon war 1998 Jana Novotna gewesen, sie hatte damals auch den Titel gegen Nathalie Tauziat aus Frankreich gewonnen.

Sabine Lisicki gelang ein hervorragender Start, dank ihrer Gegnerin. Bei Sonnenschein über dem Centre Court wirkte ausgerechnet die erfahrenere Scharapowa angespannt und verkrampft, ihre Aufschläge zitterte die Russin zu Beginn ins Netz oder nur mühsam ins Feld. Lisiscki dagegen spielte von Beginn an unbekümmert drauslos, Dank sehr guter und platzierter Aufschläge gewann sie souverän das erste Spiel, bekam das folgende Spiel von ihrer Gegnerin geradezu geschenkt: Scharapowa unterliefen zwei Doppelfehler, einen Ball schlug sie ins Aus, einen Return platzierte Lisicki unerreichbar.

Scharapowa hatte erkennbar Mühe, sich zu sammeln und einen Rhythmus zu finden, nach hartem Kampf gewann sie immerhin das vierte Spiel - und damit tatsächlich auch mehr Sicherheit. Sehr entschlossen attackierte sie danach Lisickis Aufschlag, vor allem den bisweilen schwachen zweiten, schaffte ein Rebreak, glich zum 3: 3 aus. Zunehmend machten sich nun der Kampfgeist und die Routine der dreifachen Grand-Slam-Siegerin bemerkbar, Scharapowa, die 2004 als 17-Jährige in Wimbledon gewonnen hatte, retournierte besser, dominierte die langen Ballwechsel. Lisicki verlor ihr Service zum 4: 5, danach den Satz.

Dieses Halbfinale „wird schwer“, hatte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner prophezeit. Scharapowa war von Rittner als „klare Favoritin“ bezeichnet worden, zumal im März beim bislang einzigen Aufeinandertreffen in Miami „Sabine von ihr furchtbar auf den Arsch gekriegt hat“. 2:6, 0:6 hieß es damals. Rittner hatte allerdings auch sagt auch: „Träumen ist erlaubt.“

Lisicki habe ein „dominantes, erdrückendes Spiel, sie ist eine Rampensau. Wichtig ist, dass sie Scharapowa von Anfang an gleich unter Druck setzt“. Was am Anfang gut gelang, erwies sich mit fortwährender Dauer des Matches als zunehmend schwieriger für Lisicki: Die 62. der Weltrangliste, die durch das Erreichen des Halbfinales unter die Top 30 zurückkehren wird, lag im zweiten Satz schnell mit 0:3 zurück und versuchte vergeblich, sich zurückzukämpfen.

SID

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