Lisicki geht durch China-Essen K.o.

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Sabine Lisicki wird ihre Power-Vorhand in Peking nicht zum Einsatz bringen können. Mal wieder stoppt sie ihr Körper.

Peking - War es die Frühlingsrolle, der Bratreis oder doch die Hühnerfüße? Irgendetwas hat Sabine Lisicki am Sonntag gegessen, das ihr fürchterlich auf den Magen geschlagen ist.

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Nun ist das kein Kunststück in Peking, wo man auf dem berühmten Nachtmarkt auch Köstlichkeiten wie Heuschrecke gegrillt oder Engerling am Spieß genießen kann. Aber doch nicht als Tennisprofi, der an einer Gluten-Allergie leidet? Montagabend jedenfalls musste die 22-Jährige Deutsche ihr Zweitrundenmatch beim WTA-Turnier in der chinesischen Hauptstadt gegen Kaia Kanepi (Estland) absagen.

“Nach meinem Mittagessen wurde mir furchtbar schlecht“, teilte sie Montag ihren Fans via Facebook mit, “ich musste mich ununterbrochen übergeben und wurde schließlich ins Krankenhaus gebracht.“ Dort hing sie über Nacht am Tropf, das Doppel mit US-Open-Siegerin Samantha Stosur sagte sie sofort ab, hatte aber noch Hoffnung auf einen Einzeleinsatz. Vergebens - Abflug noch am Montag. 

Gluten-Allergie Ende März festgestellt

Wieder einmal kämpfte die Berlinerin Opfer mit ihrem Körper, es ist ein neues Kapitel einer langen Leidensgeschichte. “Das ist wirklich blöd für sie, sie war grade wieder so gut drauf“, sagte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner der Nachrichtenagentur dapd. Lisicki informierte Rittner per SMS über ihren Zustand. “In China kann man sich schnell was holen, das Essen ist schon anders“, sagte Rittner, “ich selbst war da auch mal ein paar Tage krank.“

Die Gluten-Allergie wurde bei Lisicki Ende März festgestellt. Sie darf unter anderem keine Nudeln, Pizza und ähnliche getreidehaltige Nahrungsmittel mehr essen. Die Unverträglichkeit von Gluten kann Magenkrämpfe, Bauchschmerzen und Erbrechen hervorrufen. “Die Auswahl an sportgerechten Speisen ist da sehr klein“, sagte der Vater und Trainer Richard Lisicki am Rande der French Open.

Zusammenbruch schon bei French Open

Bei dem Grand-Slam-Turnier Ende Mai wurde seine Tochter bereits einmal auf dramatische Art und Weise von der Lebensmittel-Unverträglichkeit eingeholt. Nach ihrem Zweitrundenmatch gegen die Russin Wera Swonarewa musste sie, von Krämpfen geschüttelt, vom Platz getragen werden. 2:40 Stunden dauerte das Match. Lisicki erklärte damals ihren Zusammenbruch mit ihrer Ernährungsumstellung.

Um so erstaunlicher war ihr anschließender Vormarsch in der Weltrangliste, gekrönt mit dem Halbfinaleinzug in Wimbledon. Schließlich hatte sie durch diverse Verletzungen praktisch die komplette Saison 2010 verpasst. Auf Rang 179 wurde sie vor Beginn dieses Jahres nur geführt. Jetzt steht sie auf 17 und hat damit ihr Ziel “Top-20“ erreicht. Es war bisher ein super Tennisjahr für Sabine Lisicki, das nun süßsauer zu Ende geht.

dapd

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