Lisicki bei den Australian Open ausgeschieden

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Sabine Lisicki verlor gegen Maria Scharapowa.

Melbourne - Sabine Lisicki ist bei den Australian Open als letzter deutscher Profi im Achtelfinale ausgeschieden und muss in Melbourne weiter auf ihre erste Viertelfinal-Teilnahme warten.

Sie rannte, sie hechtete und kämpfte mehr als zwei Stunden lang um jeden Ball - aber am Ende wurde der große Kampf von Sabine Lisicki nicht belohnt. Trotz einer bravourösen Leistung verlor die Berlinerin am Montag im Achtelfinale der Australian Open 6:3, 2:6, 3:6 gegen die Russin Maria Scharapowa und schied als letzte der 15 gestarteten deutschen Tennis-Hoffnungen aus. Doch Lisicki konnte die Rod Laver Arena in Melbourne erhobenen Hauptes verlassen.

„Ich denke, es war ein Spiel auf Augenhöhe. Leider habe ich meine Chancen nicht nutzen können“, sagte Lisicki, die dennoch ein positives Fazit zog: „Vor einem Jahr bin ich hier noch in der Quali gescheitert. Jetzt habe ich fast eine der besten Spielerinnen der Welt geschlagen.“ Lob gab es von Scharapowa. „Sie ist eine sehr gute Spielerin mit einigen gefährlichen Waffen. Es war verdammt schwer“, meinte die Russin. Komplimente gab es auch von der verletzten Andrea Petkovic. „Olle!!! Was für ein geiles Match... Ich liebe deinen Kampfgeist! Nächstes Mal holst du sie dir“, twitterte die deutsche Nummer eins.

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Die rund 15 000 Zuschauer honorierten den leidenschaftlichen Einsatz von Lisicki mit Ovationen, als die 22-Jährige im Kabinengang verschwand. Eigentlich waren die Fans vor allem gekommen, um ihren australischen Publikumsliebling Lleyton Hewitt im zweiten Abend-Spiel gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic zu sehen. Doch schon das hochklassige Duell der beiden Tennis-Blondies riss sie immer wieder von den Sitzen. „Sabine, ich liebe dich“, schrie ein Fan mitten in der Partie.

Lisicki erwischte einen katastrophalen Start und lag nach gerade einmal zehn Minuten mit 0:3 zurück. Doch anstatt sich hängenzulassen biss sich die Nummer 15 der Welt in die Partie. Mit phasenweise fulminantem Power-Tennis gelangen Lisicki sechs Spielgewinne in Serie. Als sie mit dem zweiten Satzball den ersten Durchgang mit 6:3 für sich entschied, schaute Scharapowa völlig entgeistert zu ihrem Trainer Thomas Hogstedt. Ihr großer Traum vom zweiten Melbourne-Triumph nach 2008 drohte zu platzen.

Doch die russische Multi-Millionärin bewies ihrerseits einmal mehr, dass sie eine große Kämpferin ist. Mit einem knallharten Return-Winner nahm sie Lisicki zum 3:1 den Aufschlag ab und entschied den zweiten Durchgang nach insgesamt 1:17 Stunden mit 6:2 für sich.

Zum Schlüssel wurde schließlich das erste Aufschlagsspiel von Scharapowa im dritten Abschnitt. Lisicki konnte fünf Breakbälle nicht nutzen, ehe Scharapowa ihr Service nach 13 Minuten doch durchbrachte. „Leider hat sie bei meinen Breakchancen verdammt gut aufgeschlagen, da konnte ich nicht viel machen“, meinte die Berlinerin.

Lisicki musste dann wenig später zum 2:4 selbst ein Break hinnehmen. Zwar versuchte die Fed-Cup-Spielerin weiter alles, doch in den entscheidenden Momenten spielte Scharapowa einfach zu stark auf. „Am Ende haben ein paar wenige Punkte entschieden. Ich bin dennoch zufrieden. Für solche Erlebnisse arbeite ich so hart und werde das auch weiter tun“, meinte die Wimbledon-Halbfinalistin des vergangenen Jahres. Auch damals war gegen Scharapowa Endstation.

Im Viertelfinale trifft die frühere Nummer eins am Mittwoch auf ihre Landsfrau Jekaterina Makarowa, die zuvor überraschend die Amerikanerin Serena Williams klar mit 6:2, 6:3 ausgeschaltet hatte. Ebenfalls in der Runde der letzten Acht stehen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien und die Italienerin Sera Errani.

Bei den Herren marschierte der Brite Andy Murray mühelos ins Achtelfinale. Murrays kasachischer Gegner Michail Kukuschkin musste beim Stand von 6:1, 6:1, 1:0 für den Schotten verletzt aufgeben. Nächster Gegner des Finalisten der vergangenen beiden Jahre ist der Japaner Kei Nishikori, der Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich ausschaltete. Novak Djokovic bezwang am späten Montagabend den australischen Publikumsliebling Lleyton Hewitt mit 6:1, 6:3, 4:6, 6:3 und trifft nun auf den Spanier David Ferrer.

In der Doppelkonkurrenz schieden die beiden US-Open-Sieger Philipp Petzschner und Jürgen Melzer gegen den Trostberger Christopher Kas und seinen mexikanischen Partner Santiago Gonzalez in der dritten Runde aus.

dpa/sid

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