Leichtathletik-WM 2017 auf der Insel

Monte Carlo - Der arabische Mitbewerber Doha konnte sich in der Endausscheidung nicht durchsetzen: Der Council des Weltverbandes IAAF hat die Leichthletik-WM 2017 auf eine Insel gelegt.

London hat das Rennen gemacht. Fünf Jahre nach den Olympischen Spielen wird die Stadt an der Themse auch zum Schauplatz der Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Das Council des Weltverbandes IAAF entschied sich mit 16:10-Stimmen am Freitag in Monte Carlo für Englands Hauptstadt und gegen das Golf-Emirat Katar, das mit Doha und einem Budget von 200 Millionen Dollar (147 Millionen Euro) angetreten war.

“Wir haben uns für den Erhalt des Olympiastadions als Leichtathletik-Arena eingesetzt“, sagte das deutsche IAAF-Councilmitglied Helmut Digel. “In London und Teilen der Welt hätte man es nicht verstanden, wenn wir mit der WM 2017 dort nicht hingehen würden.“

London erhielt als zehnte europäische Stadt seit 1983 den Zuschlag, obwohl der reiche Wüstenstaat - Schauplatz der Fußball-WM 2022 - das offenbar bessere finanzielle Angebot unterbreitet hatte. “Es wird für europäische Bewerber in Zukunft immer schwerer werden, da mitzuhalten“, prophezeite Digel. London hat für 2017 ein Budget von 86 Millionen Dollar.

Katar, das sich auch für die Olympischen Spiele 2020 bewerben will, hatte sich nicht nur zur Übernahme der Siegprämien bei der WM in Höhe von sieben Millionen Dollar bereiterklärt. Stunden vor der Entscheidung garantierte es den IAAF-Councilmitgliedern in einem Brief zusätzlich noch, bei einem Zuschlag dem Weltverband neue Sponsorenverträge und Zusatzleistungen in Höhe von 29 Millionen Dollar zu verschaffen.

London konnte zwar in dieser Dimension nicht mithalten, hatte aber kurzfristig das WM-Angebot noch nachgebessert und ebenfalls die Zahlung der Preisgelder aus eigener Tasche zugesagt. Außerdem kündigten die britischen Bewerber an, das Förderprogramm “Leap 2017“ auf den Weg zu bringen, mit dem zwei Millionen Kinder aus 17 Entwicklungsländern für die Leichtathletik begeistert werden sollen.

Entscheidend für den Sieg Londons dürften auch der charismatische Einsatz von Olympia-Cheforganisator Sebastian Coe und das Engagement von Großbritanniens Premier David Cameron gewesen sein. “Die Regierung und das Land stehen hinter der WM-Bewerbung“, erklärte er in einem gezeigten Video. “Wir werden die erfolgreichste WM präsentieren, die es jemals gegeben hat.“

Bei der Präsentation vor dem IAAF-Council versuchte Doha vor allem die klimatischen Bedenken zu zerstreuen. So sollte das 40 000 Zuschauer fassende WM-Stadion mit einem Temperatur-Kontrollsystem ausgestattet werden, das optimale klimatische Bedingungen für die verschiedenen Wettbewerbe bieten soll. “In Katar wird es nicht regnen und wir bestimmen die Temperatur“, hieß es in der WM-Präsentation. Die IAAF-Regierung hat dies offenbar nicht überzeugt, schließlich hätten der Männer- und Frauen-Marathon außerhalb des gekühlten Stadions und wegen der Hitze um Mitternacht ausgetragen werden müssen.

Die WM-Titelkämpfe 2013 und 2015 werden in Moskau sowie Peking stattfinden.

dpa

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