Konkurrenten haben das Nachsehen

9,79 Sekunden: Bolt wieder schneller als alle anderen

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Usain Bolt

Oslo - Weltrekordler Usain Bolt hat auch sein viertes 100-Meter-Rennen im Olympia-Jahr klar gewonnen. Die deutschen Leichtathleten liefern beim beim Meeting in Oslo ordentliche Leistungen ab.

Mega-Sprinter Usain Bolt hat seine Ein-Mann-Show auch in Oslo

abgezogen und die 100 Meter in glänzenden 9,79 Sekunden gewonnen. Der 25 Jahre alte Weltrekordler aus Jamaika triumphierte am Donnerstagabend beim Showdown des Diamond-League-Meetings und entschied das Duell mit dem zweitplatzierten Landsmann Asafa Powell (9,85) erneut zu seinen Gunsten. Lerone Clarke machte in 10,10 Sekunden den Dreifach-Erfolg der Sprintnation Jamaika perfekt. 59 Tage vor dem Olympia-Finale in London wurde Superstar Bolt von 15 013 Zuschauern im ausverkauften Bislett-Stadion frenetisch gefeiert.

Bolts Beinahe-Unfall mit Blumenmädchen

Hinter der Ziellinie rannte Bolt ein Blumenmädchen um.

Beim Auslaufen hinter der Ziellinie war Usain Bolt nicht zu stoppen: Er rannte ein Mädchen um, das ihn dort mit einem Blumenstrauß erwartete. Zunächst versuchte er, über die junge Dame zu springen, aber er hatte einfach noch zu viel Schwung drauf. Geistesgegenwärtig hielt er die Blumenüberbringerin mit beiden Armen fest, damit sie sich nicht beim Fallen verletzte. Nach geglückter Landung umarmte der Sieger das Mädchen und nahm den Beinahe-Unfall mit Humor.

So erging es den Deutschen

Zweite Plätze für die kleine deutsche “Reisegruppe“ erkämpften am Oslo-Fjord Diskuswerferin Nadine Müller und Stabhochspringer Malte Mohr. Kugelstoß-Weltmeister David Storl landete auf Platz drei. Einen Achtungserfolg erzielte 5000-Meter-Läufer Arne Gabius: Der 31 Jahre alte Tübinger wurde bei den “Afrika-Meisterschaften“ zwar nur 14., erfüllte in der persönlichen Bestzeit von 13:13,43 Minuten aber auf Anhieb die London-Norm.

Dagegen musste Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo ohne Olympia-Ticket aus Oslo abreisen. Der Saarbrücker wurde mit 81,44 Metern Fünfter - 56 Zentimeter fehlten zur erhofften Weite. “Die Norm ist kein Problem, die sollte bald fallen, aber heute habe ich keinen getroffen“, meinte de Zordo etwas geknickt. Mit 88,11 Metern stellte der Tscheche Vitezslav Vesely eine von fünf Jahresweltbestleistungen an einem stimmungsvollen Leichtathletik-Abend auf.

Mohr überquerte die Latte bei 5,62 Meter und musste sich nur Europameister Renaud Lavillenie geschlagen geben: Der kleine Franzose gewann mit 5,82 Metern. Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) wurde mit 5,42 Metern Sechster. Diskuswerferin Müller war zum Auftakt Zweite geworden. Mit 63,60 Metern musste sie sich nur der Europameisterin Sandra Perkovic aus Kroatien (64,89 Meter) geschlagen geben.

“Das war in Ordnung, schließlich habe ich aus dem vollen Training heraus geworden. Dass da keine Bombenweite zu erwarten war, war klar. Ich bin aber im grünen Bereich“, sagte die 26-Jährige. Keine der acht Werferinnen kam annähernd an Müllers Jahresweltbestleistung von 68,89 Meter heran.

Auch Storl konnte sich mit seinem dritten Platz und der Weite von 20,69 Meter anfreunden. “Technisch muss ich das noch besser auf die Reihe kriegen, aber ich kann ja nicht von Mai bis September in jedem Wettkampf über 21 Meter stoßen“, sagte der 21-Jährige aus Chemnitz. Olympiasieger Tomasz Majewski (Polen) gewann die Konkurrenz mit 21,36 Metern vor dem WM-Zweiten Dylan Armstrong (Kanada/20,82).

dpa

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