Kaymer siegt mit Ryder-Cup-Team

Laureus: Bolt und Ennis räumen ab

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Usain Bolt mit seiner Trophäe

Rio de Janeiro - Deutschlands Golfstar Martin Kaymer hat bei den Laureus World Sports Awards in Rio de Janeiro zum zweiten Mal den begehrten Sport-Oscar gewonnen. Auch Usain Bolt hatte Grund zur Freude.

Vor zwei Jahren hielt Martin Kaymer bei der Siegerehrung strahlend seinen Laureus-Award in der Hand, über seinen zweiten „Sport-Oscar“ konnte sich der deutsche Golfstar allerdings nur aus der Ferne freuen. Mit dem europäischen Ryder-Cup-Team setzte sich der 28-Jährige aus Mettmann am Montagabend bei den Laureus World Sports Awards in Rio de Janeiro in der Kategorie Mannschaft des Jahres durch. Ein zeitgleiches Turnier der US-Tour in Miami verhinderte jedoch eine Teilnahme der Sieger an der Gala in Brasilien.

„Das bedeutet so unglaublich viel für unsere ganze Mannschaft. Das ist eine ganz besondere Trophäe für uns alle“, sagte Kamyers Teamkollege Ian Poulter in einer Video-Botschaft. Für seinen deutschen Mitstreiter war es nach dem Award für den Durchbruch des Jahres 2011 bereits die zweite Ehrung mit dem prestigeträchtigsten Preis der Sportwelt. „Mich hat es sehr gefreut für Martin Kaymer, den ich persönlich gut kenne“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker im Gespräch mit Sport1: „Ich habe es damals live im Fernsehen gesehen und danach zu meiner Frau gesagt: Es musste wieder ein Deutscher richten.“

Schon zum dritten Mal konnte sich Jamaikas Supersprinter Usain Bolt den Titel als Weltsportler des Jahres sichern und setzte sich dabei auch gegen den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel durch. Bei den Frauen ging die Auszeichnung erstmals an die britische Mehrkampf-Olympiasiegerin Jessica Ennis. „Es fühlt sich gut an, dass sich die ganze harte Arbeit auszahlt. Ich will auch 2016 wieder in Rio de Janeiro dabei sein und Goldmedaillen gewinnen. Das wird hart, aber es ist möglich“, sagte Bolt, der 2012 in London ebenso dreimal Olympiasieger geworden war wie vier Jahren zuvor in Peking.

In einem kurzen Videobeitrag wurde derweil vor 900 geladenen Gästen im edlen Theatro Municipal in der Olympiastadt von 2016 an Kaymers großen Ryder-Cup-Moment erinnert. In einem Herzschlagfinale hatte der ehemalige Weltranglistenerste die europäische Mannschaft im Herbst 2012 in Medinah zum nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg gegen die USA geführt. „Unser Teamspirit und die Zusammenarbeit waren die Grundlage für den Erfolg“, sagte Poulter.

Neymar, Eva Longoria, Bolt, Ennis: Top-Stars bei Laureus-Awards

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Kaymer war der einzige Deutsche, der sich über einen Preis freuen konnte. Windsurf-Weltmeister Philip Köster scheiterte in der Action-Sparte zum zweiten Mal in Folge. Den Award bekam erwartungsgemäß Extremsportler Felix Baumgartner aus Österreich, der im Vorjahr mit seinem spektakulären Sprung aus dem All für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Der Deutschland-Achter, nominiert in der Kategorie Comeback des Jahres, verlor nach der Vorauswahl durch etwa 2000 Sportjournalisten gegen Felix Sanchez. Der Sprinter aus der Dominikanischen Republik hatte bei den Olympischen Spielen in London über 400 m Hürden überraschend Gold gewonnen. Das war ihm bereits acht Jahre zuvor in Athen gelungen.

Die weiteren Ehrungen gingen an Tennis-Olympiasieger Andy Murray (Schottland) für den Durchbruch des Jahres und Schwimmer Daniel Dias aus Brasilien für den Behindertensportler des Jahres. Zudem wurde Sebastian Coe, Chef-Organisator der Olympischen Spiele in London, für sein Lebenswerk geehrt. Der 18-malige Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps aus den USA erhielt einen speziell geschaffenen Preis für seine besonderen Verdienste im Sport.

Mit dem Laureus wurden in bisher 14 Jahren nur fünf Deutsche geehrt. Erster war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher 2002, er gewann erneut 2004. Ihm folgten 2007 Martin Braxenthaler als Behindertensportler und der für sein Lebenswerk geehrte Franz Beckenbauer. 2011 siegten Kaymer und Paralympics-Siegerin Verena Bentele.

Die Einnahmen aus den Laureus World Sports Awards kommen der Laureus Sport for Good Foundation zugute und stellen die Grundlage für die Arbeit der Stiftung dar. Diese unterstützte bisher weltweit in 140 sportbezogenen Sozialprojekten eineinhalb Millionen junge Menschen mit 60 Millionen Euro. Auch 2014 sollen die Awards in Rio de Janeiro vergeben werden.

sid

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

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