Langlauf-Pleite: Teamsprinter disqualifiziert

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Jens Filbrich

Düsseldorf - Jochen Behle schimpfte wie ein Rohrspatz, Josef Wenzl verstand die Welt nicht mehr: Mit der Disqualifikation der Teamsprinter haben die deutschen Skilangläufer auch beim Weltcup am Düsseldorfer Rheinufer eine Pleite erlebt.

Weil Wenzl seinen russischen Gegner im Halbfinale zu Fall brachte, warf die Jury den Bayern und Teamkollege Jens Filbrich aus dem Rennen.

“Das ist einfach nur lächerlich“, polterte Behle. “Wenn das Blocken ist, dann brauchen wir diese Wettbewerbe gar nicht mehr zu machen. Dann gibt es jedes Mal 30 Disqualifikationen. Der Josef hat doch hinten keine Augen.“

Behle hofft auf das Glück

Wenzl wollte im Schlussspurt des Halbfinals in den linken Korridor einbiegen, übersah dabei aber den versetzt hinter ihm laufenden Russen und fuhr ihn regelrecht über den Haufen. “Ich bin hart gelaufen, aber es war nicht unfair. Das er stürzt war nicht meine Absicht“, verteidigte sich der Düsseldorf-Sieger von 2007.

Für Wenzl hat die Disqualifikation einen besonders faden Beigeschmack. Im vergangenen Jahr war er am Rheinufer als Führender in die letzte Kurve gegangen und wurde von einem Norweger zu Fall gebracht - was ohne Konsequenzen geblieben war. “Wenn jemand umgefahren wird, ist etwas geschehen, was nicht normal ist. Die Jury hat dann ihre Entscheidung gefällt“, sagte Renndirektor Jürg Capol.

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Top-Läufer kehren zurück

Der Sieg ging später an die Schweden Jesper Modin und Teodor Peterson, übrigens knapp vor den nachträglich ins Finale beförderten Russen Petuchow und Nikita Kriukow. Im Einzel hatte am Samstag Favorit Ola Vigen Hattestad aus Norwegen gewonnen, die deutschen Athleten waren chancenlos. “Mittlerweile ist es nur noch ärgerlich“, sagte Bundestrainer Behle nach der erneuten Weltcup-Pleite: “Wir haben einfach nicht das nötige Glück. Ich hoffe, das schlägt bald in die andere Richtung um.“

Immerhin kehren zum nächsten Weltcup in der Höhe von Davos Tobias Angerer und Axel Teichmann in das Team zurück. Bei den Frauen wird Nicole Fessel wieder die durch die Pause von Evi Sachenbacher-Stehle verwaiste Anführerrolle übernehmen. In Düsseldorf war Hanna Kolb als Halbfinalistin beste Deutsche. Einen Tag später belegte sich mit Denise Herrmann im Teamsprint-Finale den letzten Platz. Der Sieg ging an die Norwegerinnen Mari Eide und Maiken Caspersen Falla. Am Samstag hatte die US-Amerikanerin Kikkan Randall gewonnen.

Pause 2012, Vertrag bis 2015

Trotz der erneut erfolgreichen Austragung beim kleinen Jubiläum wird der Weltcup in Düsseldorf 2012 im Terminkalender fehlen. Da im Dezember nächsten Jahres mehrere Rennen in Übersee auf dem Programm stehen, legt die Landeshauptstadt eine Pause ein. Stattdessen wird die kanadische Stadt Quebec die Sprintrennen austragen. Danach kehrt Düsseldorf aber ins Weltcup-Programm zurück. Erst im vergangenen Jahr war der Vertrag mit der FIS bis 2015 verlängert worden.“Düsseldorf ist der Vorreiter für die City-Events. Die Veranstaltung hat sich über zehn Jahre weiterentwickelt. Düsseldorf ist ein guter Partner für den Deutschen Skiverband“, sagte Bundestrainer Jochen Behle und lobte die guten Bedingungen trotz der milden Temperaturen. Mit 120 LKW-Ladungen waren wieder 4000 Kubikmeter Schnee von der Skihalle Neuss ans Düsseldorfer Rheinufer transportiert worden.

dapd

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