Deutsche im Langlauf-Sprint abgeschlagen

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Denise Herrmann (vorne rechts) beim Sprint

Kuusamo - Die deutschen Skilangläufer haben beim Klassik-Sprint in Kuusamo erwartungsgemäß die Halbfinals und damit die erste Top-Ten-Platzierung in diesem Winter klar verpasst.

Kurzer Arbeitstag am kalten Polarkreis: Die deutschen Skilangläufer sind beim ungeliebten Klassik-Sprint im finnischen Kuusamo vorzeitig gescheitert und suchen nach dem schwachen Weltcup-Auftakt am vergangenen Wochenende weiter nach der Erfolgsspur. Denise Herrmann (Oberwiesenthal) lieferte als 15. noch das beste Ergebnis ab, bei den Männern belegte Einzelkämpfer Josef Wenzl (Zwiesel) einen enttäuschenden 22. Rang.

Bundestrainer Frank Ullrich war mit den Ergebnissen seiner Athleten dennoch zufrieden. „Denise ist bereits zum zweiten Mal in die Punkte gelaufen. Josef, der sich im klassischen Stil nicht so wohl fühlt, hat in einem stark besetzten Feld das Viertelfinale erreicht. Das sind Ergebnisse, auf die man aufbauen kann“, sagte Ullrich dem SID.

Die Podestplatzierungen machten Russland und Norwegen unter sich aus. Dreifach-Olympiasiegerin Marit Björgen (Norwegen) war bei den Frauen einmal mehr nicht zu schlagen und feierte vor Jewgenija Schapowalowa und Anastasia Dozenko (beide Russland) saisonübergreifend ihren fünften Sieg in Serie. Bei den Männern gewann der Russe Nikita Krijukow vor Petter Northug und Erik Brandsdal (beide Norwegen).

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) ihre Skier und den Rennanzug schon längst gegen warme Zivilkleidung getauscht. Mit großen Abstrichen überzeugten zumindest die Frauen, bei denen immerhin ein Trio das Viertelfinale erreichte. Neben Herrmann war allerdings auch für Allrounderin Nicole Fessel dort Endstation, zudem nahm ein kleiner Strauchler Hanna Kolb (Buchenberg) alle Chancen auf ein Weiterkommen. „Aber wenn drei Mädels die Qualifikation überstehen, ist das sehr erfreulich“, sagte Ullrich.

In der Nähe des Polarkreises qualifizierten sich nur die besten zwei Athleten für das Halbfinale. Neben diesen durften ebenso die übergreifend zwei Schnellsten aller fünf Durchgänge als „Lucky Loser“ an der nächsten Runde teilnehmen.

Weit entfernt hiervon waren derweil einmal mehr die deutschen Herren, die in der Breite wie am vergangenen Wochenende im schwedischen Gällivare ein enttäuschendes Ergebnis ablieferten. Wenzl geriet dabei in seinem Finallauf bereits beim Start ins Hintertreffen. Zu hoch war daraufhin das Tempo der Konkurrenten, um sich wieder nach vorne zu kämpfen. „Allein in diesem Rennen hat man gesehen, wie hoch die Leistungsdichte ist. Da hat man dann keine Chance mehr“, sagte Ullrich.

Zuvor hatten insgesamt zehn DSV-Starter mehr oder weniger erwartungsgemäß die Finalrunde verpasst. Bei den Frauen durfte Bundestrainer Frank Ullrich zumindest noch auf ein Weiterkommen von Katrin Zeller (Oberstdorf) hoffen. Sie scheiterte aber ebenso vorzeitig wie der zweite Routinier im Team, Steffi Böhler (Ibach). Auch Monique Siegel (Oberwiesenthal) verpasste das Viertelfinale.

Noch drastischer war der Aderlass im Herrenlager. Sieben Athleten blieben dort in der Qualifikation auf der Strecke, darunter unter anderem Axel Teichmann (Bad Lobenstein), Tim Tscharnke (Biberau) und der nach seiner Erkrankung genesene Tobias Angerer (Vachendorf).

sid

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