"Professionellstes Dopingprogramm"

Für Lance Armstrong wird es eng

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Die UCI hat die Akten zum Fall " Lance Armstrong" vono der USADA erhalten.

Berlin - Der Dopingfall Lance Armstrong nimmt wieder Fahrt auf. Die US-Anti-Dopingagentur hat die Urteilsbegründung an den Radsport-Weltverband geschickt und erhebt schwere Vorwürfe.

Die Beweislast gegen Lance Armstrong scheint erdrückend, der Verlust seiner sieben Tourtitel rückt näher. Garniert mit elf Zeugenaussagen von Ex-Teamkollegen hat die US-Dopingagentur USADA am Mittwoch ihre Urteilsbegründung im Dopingfall des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers an den Radsport-Weltverband UCI geschickt. Nach Erhalt der mehr als 1000-seitigen Akten mit deutlichen Anschuldigungen hat der Verband 21 Tage Zeit, sein Urteil über den gefallenen amerikanischen Weltstar zu sprechen.

US Postal, langjähriges Profiteam Armstrongs, habe das „ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat“, schrieb die USADA in einer Mitteilung auf ihrer Internetseite.

Die Beweisführung gegen Armstrong enthalte beeidete Zeugenaussagen von 26 Personen, davon 15 früheren Fahrern. Unter den elf ehemaligen Teamgefährten Armstrongs befinden sich laut USADA die zurückgetretenen Tyler Hamilton, George Hincapie oder Floyd Landis. In Levi Leipheimer, Christian Vande Velde und David Zabriskie sollen aber auch prominente, noch aktive Profis über das Dopingsystem gesprochen haben. „Es hat enormen Mut der Fahrer des (US Postal) Teams und anderer erfordert, hervorzutreten und die Wahrheit zu sagen“, lobte USADA-Chef Travis Tygart.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

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Neben der Aussagen seien auch Dokumente als Beweismittel aufgeführt, darunter Aufzeichnungen von Zahlungen, E-Mails, wissenschaftliche Daten und Labortests. Diese sollen den „Gebrauch, Besitz und Verteilung von leistungssteigernden Mitteln durch Lance Armstrong beweisen“, schreibt die USADA. „Die Dopingverschwörung war professionell entworfen, um die Athleten unter Druck zu setzen, gefährliche Dopingmittel zu nutzen, (...) und einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen.“ Der Report ging auch an die Welt-Anti-Dopingagentur WADA und den Triathlon-Weltverband. Die USADA kündigte an, das Material im Internet zu veröffentlichen.

Der UCI-Verbandsvorsitzende Pat McQuaid hatte mehrmals angedeutet, die von der USADA ausgesprochenen Strafen zu akzeptieren. Die Anti-Doping-Agentur hatte Armstrong Ende August lebenslang gesperrt und seine Ergebnisse seit dem 1. August 1998 gestrichen. Sollte die UCI dem zustimmen, würde Armstrong seine Toursiege von 1999 bis 2005 verlieren. Die Rückgabe sämtlicher Gelben Trikots hatte auch die französische Sportministerin Valerie Fourneyron gefordert. Der 41-jährige Armstrong hatte darauf verzichtet, der USADA-Verurteilung zu widersprechen.

Unterdessen gab Georgie Hincapie, Weggefährte Armstrongs bei allen sieben Toursiegen, den Gebrauch von Dopingmitteln während seiner aktiven Zeit zu. „Wegen der Liebe zu meinem Sport, den Beiträgen, die ich geleistet habe und dem was der Sport mir über die Jahre gegeben hat, ist es für mich sehr schwer, heute einzugestehen, dass ich während eines Teils meiner Karriere verbotene Substanzen genommen habe“, schrieb er in einer Mitteilung auf seiner Internetseite für die Zeit bis 2006.

"Ihm sei schon früh klargeworden, dass man wegen der weitverbreiten Anwendung leistungssteigernder Mittel, nicht ohne diese in der Spitze mithalten könne, beschrieb Hincapie sein Dilemma. Er hatte unter anderem 2005 eine Einzeletappe bei der Frankreichrundfahrt gewonnen und seine Laufbahn diesen August beendet.

Wie Hincapie hatte auch Barry gegenüber der US-Anti-Dopingagentur USADA über das vermeintliche Dopingsystem im Armstrong-Team ausgesagt. „Ich habe gedopt. Es war eine Entscheidung, die ich tief bereue“, schrieb der Kanadier Barry, der bis zuletzt für das Team Sky fuhr und im September zurückgetreten war. Seit dem Sommer 2006 habe er ebenfalls nie wieder Dopingmittel genommen.

Rad-Weltverband: Wir haben noch nichts erhalten

Der Radsport-Weltverband UCI hat sich überrascht von der Veröffentlichung der Urteilsbegründung im Dopingfall Lance Armstrong durch die US-Anti-Doping-Agentur USADA im Internet gezeigt. „Das ist schon ein bisschen ungewöhnlich“, sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben erwartet, dass wir die Dokumente zuerst bekommen. Bis jetzt haben wir noch nichts erhalten.“ Die USADA habe UCI-Chef Pat McQuaid nur am Mittwochabend telefonisch informiert, dass das Schreiben losgeschickt werde.

Man könne erst reagieren, wenn die Akten eingetroffen seien, die im Internet veröffentlichten Mitteilungen seien offiziell nicht verwendbar, merkte Carpani an.

dpa

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