Kurzbahn-WM

Paar-Gold für Steffen und Biedermann

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Britte Steffen und Paul Biedermann sind auch abseits des Beckens ein Paar

Istanbul - Britta Steffen und Paul Biedermann können am Freitag gemeinsam eine Gold-Party feiern. Das deutsche Schwimm-Paar hat bei der Kurzbahn-WM zwei erste Plätze geholt.

Goldene Premiere für Britta Steffen, versöhnlicher Abschluss für Paul Biedermann: Das Schwimm-Traumpaar hat unter den Augen des neuen Bundestrainers Henning Lambertz mit Doppel-Gold innerhalb einer Stunde dem deutschen Team den bislang erfolgreichsten Wettkampftag der Kurzbahn-WM in Istanbul beschert. Schon zwei Tage vor Schluss ist die Ausbeute des DSV-Teams größer als bei den vergangenen Titelkämpfen auf der 25-m-Bahn vor zwei Jahren in Dubai.

Am frühen Freitagmorgen hatte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) zuvor das Geheimnis gelüftet, das keines mehr war: Lambertz wurde als neuer Chef-Bundestrainer Schwimmen vorgestellt. Die Akkreditierung um seinen Hals wies ihn schon als „offiziellen Teambetreuer“ aus, doch der bisherige Essener Stützpunktcoach tritt erst am 1. Januar 2013 die Nachfolge des vor einem Jahr entlassenen Dirk Lange an.

Steffen freute sich derweil über ihren ersten WM-Titel auf der Kurzbahn wie schon lange nicht mehr. „Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen konnte, obwohl ich mich gar nicht so gut gefühlt habe wie bei den Weltcups“, sagte eine mehr als zufriedene Hallenserin nach ihrem Triumph über 100 m Freistil in Weltjahresbestzeit von 52,31 Sekunden. Daniela Schreiber schrammte als Vierte (53,05) knapp am Podest vorbei.

Bei der Siegerehrung schimmerten bei Steffen Tränen der Freude durch. „Ja schon, aber geweint habe ich nicht“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 2008: „Ich habe es sehr genossen, denn solche Momente kommen ja nicht mehr so oft.“

Nur etwa 50 Minuten später verteidigte ihr Lebensgefährte Biedermann über 400 m Freistil seinen Titel von 2010 in Saisonbestzeit (3:39,15) erfolgreich. „Ich freue mich über den Titel, auch wenn die Zeit nicht so dolle war“, sagte Biedermann, der nach Silber über die halbe Distanz und Bronze mit der 4x200-m-Freistilstaffel seinen Medaillensatz komplettierte. Der Rennverlauf war ihm auf den Leib geschneidert: „Die anderen sind nicht zu schnell angegangen, deswegen konnte ich am Ende den Turbo auspacken.“

Mit der 4x100-m-Lagenstaffel verpasste Steffen die Podestplätze klar. Das DSV-Quartett mit Jenny Mensing (Wiesbaden), Caroline Ruhnau, Paulina Schmiedel (beide Essen) und Schlussschwimmerin Steffen landete trotz deutscher Rekordzeit (3:56,85) abgeschlagen auf dem achten Platz.

1:0 für die Liebe! Unsere Traumpaare im Sport

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Auch Marco Koch verbesserte als Siebter im Finale über 200 m Brust in 2:03,68 Minuten seine eigene nationale Bestmarke. Die Hallenserin Theresa Michalak wurde in Endlauf über über 100 m Lagen Achte.

Aus internationaler Sicht sorgte Superstar Ryan Lochte für das Highlight. Der fünfmalige Olympiasieger aus den USA gewann über 200 m Lagen in Weltrekordzeit von 1:49,63 Minuten und damit sein insgesamt viertes WM-Gold bei den Titelkämpfen.

Lambertz geht seine Arbeit als Bundestrainer mit viel Tatendrang, aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt an. „Ich weiß, dass es eine schwere Aufgabe ist, an der sich vor mir schon ausgesprochen dekorierte Trainer die Zähne ausgebissen haben“, sagte der neue starke Mann der Becken- und Freiwasserschwimmer, der sofort die Erwartungen dämpfte: „Wir werden von der WM 2013 sicher nicht mit einem Sack voller Medaillen nach Hause kommen.“

Bei den Athleten kam die Nachricht überwiegend positiv an. „Ein cooler Kumpeltyp“ sei Lambertz, verriet Diener. Biedermann, der sich für einen ausländischen Coach ausgesprochen hatte, wünschte dem neuen Bundestrainer angesichts der komplizierten Gemengelage im Verband „starke Nerven und ein langes Durchhaltevermögen“.

sid

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