Kritik an Biathlon-Auftakt

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Biathlon-Trainer Uwe Müssiggang

Östersund/Leipzig - In diesem Winter müssen die Biathlon-Fans auf eines verzichten: auf Siegerposen von Magdalena Neuner. Die Saison startet erstmals mit der Mixed-Staffel. Dafür gibt es Kritik.

Am Sonntag, zur Kaffeekränzchen-Zeit, wird es sich Magdalena Neuner wohl auf ihrer Couch in Wallgau gemütlich machen. Den Weltcup-Saisonauftakt im über 2200 Kilometer entfernten schwedischen Östersund verfolgt die erfolgreichste Biathletin der Welt aus der Ferne. Sie ist nach ihrem Rücktritt Fan statt umjubelte Sieggarantin. „Ich freue mich auf den Winter, wenn die anderen laufen und ich mich vor den Fernseher setzen und mitfiebern kann. Ich werde die Daumen drücken“, sagte die Rekord-Weltmeisterin mit Blick auf die Mixed-Staffel (15.30 Uhr/ZDF).

Ohne ihr Aushängeschild und mit einer Neuerung starten die deutschen Skijäger in die Saison 2012/2013. Erstmals geht die Saisoneröffnung über zwei Wochenenden. Gestartet wird nicht wie gewohnt mit einem Einzelrennen, sondern mit der gemischten Staffel. „Wir schauen uns das einfach an, wie es funktioniert und werden dann in Hinblick auf die kommenden Saisons entscheiden“, sagte IBU-Renndirektor Franz Berger.

Bei den deutschen Trainern stößt die Neuerung nur bedingt auf Begeisterung. „Das vorgelagerte Mixed-Rennen halte ich nicht für sonderlich günstig, weil wir damit - vor allem was die Anreise der Athleten und Betreuer betrifft - ziemlich viel zusätzlichen Aufwand betreiben müssen“, monierte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Er stellte jedoch klar: „Es ist natürlich ein Weltcuprennen, das wir ernst nehmen. Allein schon, weil bei der Mixed-Staffel wichtige Punkte für den Nationen-Cup vergeben werden. Entsprechend werden wir am Sonntag auch in der Bestbesetzung an den Start gehen.“

Doch daraus wird leider nichts: Arnd Peiffer kann nicht wie geplant an den Start gehen. „Ein Schnupfen plagt mich noch ein wenig, und ich möchte kein Risiko eingehen“, teilte der 25-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld via Facebook mit. Das Rennen am Sonntag (15.30 Uhr/ZDF) wird dafür Simon Schempp (Uhingen) gemeinsam mit den Staffel-Weltmeisterinnen Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Tina Bachmann (Schiedeberg) sowie Erik Lesser (Frankenhain) bestreiten. Peiffer will genau wie Andreas Birnbacher (Schleching), in der Vorsaison Dritter im Gesamtweltcup, erst am Mittwoch im Einzelrennen über 20 km in die Saison starten. Beide reisen am Sonntag nach Schweden.

Mit diesen Promis stehen wir gerne im Stau

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„Die Mixed-Staffel zum Auftakt finde ich gar nicht so schlecht. Ich freue mich, dass es jetzt wieder losgeht und natürlich werde ich mein Bestes geben - wie immer, wenn ich eine Startnummer trage“, sagte Routinier Andrea Henkel.

Nach der Staffel am Sonntag folgen zwei Ruhetage, ehe am Mittwoch mit den 20 Kilometern der Männer der erste Einzelwettkampf steigt. Die Damen steigen tags darauf ein. Derweil wird Evi Sachenbacher-Stehle bereits am Samstag in Idre im Sprint ihr internationales Renndebüt bei den Biathleten geben. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin ist aufgeregt. „Ein bisserl Druck merke ich schon, wenn jeder auf mein erstes Rennen schaut. Mit solchen Situationen muss ich umzugehen lernen“, sagte die 31-Jährige. Die Trainer wollen keinen Druck ausüben. „Wir werden sie vorsichtig weiter aufbauen und ganz bestimmt keine Wunderdinge von ihr erwarten“, sagte Müssiggang. Sachenbacher-Stehle soll die ersten beiden IBU-Cups laufen. Bei Erfüllung der Qualifikationskriterien ist dann der erste Weltcup-Start Mitte Dezember in Pokljuka geplant.

Die abgetretene Biathlon-Königin Magdalena Neuner traut Evi Sachenbacher-Stehle „einiges zu. Ich finde es unheimlich mutig von ihr, noch einmal diesen neuen Schritt zu gehen“, sagte Magdalena Neuner. Sie will demnächst nicht nur von der Couch aus ihre alten Teamkollegen anfeuern. „Im Dezember und Januar will ich bei den Heim-Weltcups oder in Österreich dann auch vor Ort an der Strecke stehen, einfach um den Kontakt mit den anderen wieder zu haben“, sagte die 25-Jährige.

dpa/sid

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