Kohlschreiber zieht in München ins Endspiel ein

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Philipp Kohlschreiber steht vor seinem zweiten Sieg in München. Im Finale spielt er gegen Marin Cilic.

München - Philipp Kohlschreiber komplettiert das Finale der BMW-Open in München. Beim ATP-Turnier besiegte er in einem harten Spiel den Spanier Feliciano Lopez und trifft nun auf einen Kroaten.

Der Traum vom deutschen Finale ist geplatzt, die Hoffnung auf den ersten Heimsieg seit fünf Jahren aber lebt: Bei den BMW Open in München greift Tennisprofi Philipp Kohlschreiber am Sonntag nach seinem vierten Einzelerfolg auf der ATP-Tour, für Tommy Haas endete der Höhenflug bei der mit 450.000 Euro dotierten Sandplatzveranstaltung dagegen in der Vorschlussrunde.

Mit 3:6, 4:6 unterlag Haas dem an Position drei gesetzten Marin Cilic (Kroatien), der in der zweiten Runde bereits den Lokalmatador Matthias Bachinger ausgeschaltet hatte und im Endspiel am Sonntag mit Kohlschreiber dem dritten Deutschen gegenüber steht. Der Augsburger bezwang den an Nummer zwei gesetzten Spanier Feliciano Lopez mit 6:2, 6:7 (4:7), 6:4.

Während Kohlschreiber am Sonntag zum zweiten Mal nach 2007 in München gewinnen könnte, verließ Haas mit gesenktem Kopf den Platz und winkte den Zuschauern noch einmal zu. „Es kann das letzte Mal in München gewesen sein, wenn ich es auch nicht hoffen will“, sagte Haas. Seit langem kokettiert der von vielen Verletzungen geplagte 34-Jährige mit dem Ende seiner Laufbahn. Umso größer war die Verwunderung, als der gebürtige Hamburger, mit einer Wildcard ins Turnier gestartet, zum ersten Mal seit zwölf Jahren das Halbfinale in der bayerischen Landeshauptstadt erreichte.

„Wenn mir jemand vor einer Woche gesagt hätte, dass ich hier nur ein Spiel gewinne, hätte ich das genommen. Ich bin stolz auf meine Leistungen“, sagte Haas. Auf dem Weg ins Halbfinale hatte er unter anderem den topgesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga und Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 8) ausgeschaltet. Entsprechend real schien der Traum von seiner ersten Endspielteilnahme auf der ATP-Tour seit knapp drei Jahren.

Doch gegen Cilic fand Haas schwer ins Spiel. Beim 3:4 verlor er sein Aufschlagspiel und schließlich nach 35 Minuten auch den ersten Satz. Im zweiten Durchgang war Haas trotz leichter Rückenprobleme aggressiver, erspielte sich gegen den variableren Cilic aber keinen einzigen Breakball. Ein Doppelfehler beim Stand von 4:4 brachte ihn endgültig auf die Verliererstraße.

Knapp vier Stunden später machte es Kohlschreiber besser. Der 28-Jährige nahm Lopez beim 3:2 im ersten Satz den Aufschlag ab und entschied den ersten Durchgang nach 36 Minuten für sich. Im zweiten Satz vergab er bei einer 6:5-Führung zwei Matchbälle, ehe er dank eines frühen Breaks im dritten Satz die Weichen auf Sieg stellte. Nach 2:19 Stunden Spielzeit stand der Erfolg fest. „Es war von uns beiden ein taffes Match. Es war, glaube ich, für die Zuschauer alles dabei, ich bin super happy“, sagte Kohlschreiber.

Der zweite Sieg im fünften Aufeinandertreffen mit Lopez und die Finalteilnahme dürften Kohlschreiber weiteren Rückenwind für den Power Horse World Team Cup (20. bis 26. Mai) geben, bei dem er mit dem deutschen Team in Düsseldorf als Titelverteidiger aufschlägt.

sid

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