Köster erster deutscher Windsurf-Weltmeister

Klitmöller - Erst 17 Jahre alt und schon ein Eintrag in die Geschichtsbücher: Philip Köster ist als erster Deutscher Weltmeister im Windsurfen geworden.

Der gebürtige Hamburger, der mit seinen Eltern in Vargas auf Gran Canaria lebt, steht nach seinem Weltcupsieg in Klitmöller/Dänemark bereits vor dem Weltcupfinale in Sylt (23. September bis 2. Oktober) als Nachfolger von Victor Fernandez Lopez fest. Für Köster war es bereits der dritte Sieg im dritten Rennen.

Bereits durch seinen Erfolg im Halbfinale gegen den Spanier Lopez hatte sich der Deutsche uneinholbar an die Spitze der Weltrangliste des Windsurf-Weltverbands PWA festgesetzt. „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass mein großer Traum jetzt schon in Erfüllung gegangen ist, ich finde dafür keine Worte“, sagte Köster.

Im Finale von Klitmöller, in der Szene als „Cold Hawaii“ bekannt, stellte der frischgebackene Champion dann nochmals seine Klasse unter Beweis und besiegte den Ranglisten-Dritten Ricardo Campello (Brasilien).

Köster hatte sich durch seine Siege bei den vorherigen Wettbewerben auf Gran Canaria und Teneriffa in der WM-Wertung einen komfortablen Vorsprung auf seine brasilianischen Verfolger Kauli Seadi und Campello erarbeitet. Selbst bei einem Sieg seiner schärfsten Rivalen hätte Köster in Dänemark ein dritter Platz zum vorzeitigen Titelgewinn genügt.

Das Ausnahmetalent ist nach Surf-Legende Robby Naish der zweitjüngste Weltmeister. Der gebürtige Kalifornier hatte im Alter von 13 Jahren den ersten seiner insgesamt 24 WM-Titel gewonnen. „Naish ist mein großes Vorbild“, sagte Köster: „Ich setze mich immer noch an den Strand und gucke ihm beim Surfen zu.“

Jetzt tritt er in die Fußstapfen des 48-Jährigen. Auf dieses Ziel hat Köster seit seiner Kindheit hingearbeitet. „Surfen ist mein Leben. Seit meinem achten Lebensjahr mache ich jeden Tag nichts anderes“, sagt er. Seine Heimat in Vargas dient ihm dabei als Trainingszentrum und Zufluchtsort zugleich. Seine Eltern, die 1980 auf die spanische Insel auswanderten, standen ihrem Filius dabei stets zur Seite.

Die jahrelange Arbeit blieb nicht ohne Folgen. In diesem Jahr stürmte Köster durch seine überragenden Vorstellungen bei den ersten beiden Weltcups an die Spitze der Weltrangliste.

Um seiner Favoritenrolle auch in Dänemark gerecht zu werden, reiste der Shootingstar bereits eine Woche vor Veranstaltungsbeginn an den Ort seines Triumphes, um sich an die Verhältnisse anzupassen - mit Erfolg. „Die Wellen sind klasse, und ich fühle mich sehr wohl. Ich genieße das Surfen hier sehr. Die Trainingsbedingungen sind optimal, ich habe mich sogar an die Kälte der Nordsee gewöhnt“, sagte der 17-Jährige.

Den Lohn für den Aufwand fuhr er am Mittwoch ein. In Sylt folgt dann der nächste Höhepunkt seiner noch jungen Karriere: Auf der Nordseeinsel bekommt Köster den Weltmeisterpokal überreicht.

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