Klitschko schlägt Haye und ist vierfacher Weltmeister

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Wladimir Klitschko (li.) schlägt David Haye nach Punkten.

Hamburg – Es war angerichtet. Die Größen des Boxsports hatten sich eingefunden, um den Kampf des Jahres zwischen den beiden Weltmeistern David Haye und Wladimir Klitschko zu verfolgen. Die Erwartungen waren groß und wurden nicht enttäuscht.

Gleich zu Beginn legte Provokateur David Haye im ewig anhaltenden Psychokrieg zwischen den beiden Lagern noch einmal nach. Als er angekündigt wurde, kam er nicht aus der Kabine und ließ sogar Box-Legende Lennox Lewis, der ihn zum Ring begleitete, warten.

Klitschko schlägt Haye: Die Bilder vom Kampf

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Seine ohnehin schon geringe Popularität unter den deutschen Boxfans wanderte auf den Nullpunkt. Als er dann mit knapp zehn Minuten Verspätung aus der Kabine marschierte, musste er sich von den 45.000 Zuschauern im Stadion einige Pfiffe gefallen lassen. Viele englische Fans säumten aber die Gasse zum Ring und feuerten ihren Favoriten an.

Hayes deftigste Sprüche: "Für mich bist du nur Bitchko!"

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Nach der Ankündigung des Ringsprechers Michael Buffer wurde Wladimir Klitschko unter dem Jubel der Fans in den Ring begleitet und es konnte endlich losgehen. Mit versteinerter Miene klatschen die beiden Boxer ab und Ringrichter Gennaro Rodriguez gab den Kampf frei.

In der ersten Runde ließ keiner der beiden Kämpfer die Katze aus dem Sack. Klitschko versuchte sich in Position zu bringen und Haye wollte den Ukrainer mit schnellen Bewegungen aus dem Konzept bringen. Im nächsten Durchgang beäugten sie sich weiter, ehe Klitschko gegen Ende der Runde kleine Vorteile hatte und die erste stramme Linke platzieren konnte.

Im nächsten Durchgang entzog sich Haye mit blitzartigen Reflexen den Schlägen Klitschkos. Ohne nennenswerte Treffer durch den aktiveren Klitschko ging es in die Pause.

Im sechsten Durchgang kassierte Klitschko einen Punktabzug wegen Haltens. Der Engländer machte seine Sache weiterhin gut und wich den Japs des dreifachen Weltmeisters exzellent aus.

Auch nach der Hälfte des Kampfes hatte Klitschko Probleme sich in Stellung zu bringen. Vier Runden vor Schluss hatte Wladimir dann etwas mehr Treffer und zeigte Initiative. Haye behielt seine Taktik bei und versuchte den Schlägen des Gegners aus dem Weg zu gehen.

In der zehnten Runde agierten die Matadore auf Augenhöhe. Haye wurde in der elften Runde vom Ringrichter angezählt. Man merkte immer mehr, wie viel für beide Boxer auf dem Spiel stand.

Vor der letzten Runde hofften die Zuschauer auf einen „Lucky Punch“. David Haye setzte dann den Ukrainer noch einmal in der Nahdistanz unter Druck. Klitschko versuchte bis zum Schluss den Engländer mit Treffern zu überhäufen. Ein sensationeller Kampf ging zu Ende und alle wartenden gespannt auf das Urteil der drei Ringrichter.

Diese hatten den Kampf eindeutig zu Gunsten von Wladimir Klitschko gewertet, der insgesamt in den zwölf Runden den Vorwärtsgang öfter eingelegt hatte. Der Unterlegene zeigte sich aber als fairer Verlierer und gratulierte dem jetzt vierfachen Weltmeister.

Klitschko lobt seinen Gegner und bedankte sich dreisprachig bei den Fans. Ganz zufrieden war er aber nicht. Er bedauerte, den Kampf nicht vorzeitig beendet zu haben und verpasste damit seinen 50. K.O.-Sieg.

Haye betonte, nicht ganz fit in den Kampf gegangen zu sein, zollte aber der Leistung Klitschkos Respekt und bedankte sich bei seinen Anhängern.

Die Klitschkos sind damit im Besitz aller Weltmeistergürtel und stehen auf dem Olymp des Boxsports. Trotzdem konnte Haye zeigen, dass er als würdiger Gegner einen Rückkampf verdient hätte. Ex-Weltmeister George Foreman attestierte den beiden Kontrahenten einen tollen Kampf und bewertete die Treffer mit der Führhand als entscheidenden Vorteil Klitschkos.

jb

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