Klitschko peilt Jubiläums-K.o. an

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Wladimir Klitschko ist seit April 2004 ungeschlagen.

Düsseldorf - Wladimir Klitschko will mit seinem 50. K.o-Sieg gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck am Samstag in Düsseldorf seine vier WM-Gürtel behalten.

Die Zeit der Freundlichkeiten ist vorbei, jetzt zählt für Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko nur noch der Jubiläums-Knockout: „Ein K.o. ist der schönste Sieg“, sagt der 35-jährige Klitschko vor dem WM-Kampf gegen den Herausforderer Jean-Marc Mormeck am Samstag (ab 22.10/RTL) in Düsseldorf.

Nachdem die beiden Boxer im Vorfeld des Duells äußerst respektvoll miteinander umgegangen waren, verschärfte sich der Ton zuletzt. Der vier Jahre ältere und 17 cm kleinere Mormeck erklärte, dass er Klitschkos Gesicht zerschmettern wolle. „Ich weiß, dass er nicht gerne getroffen wird. Ich habe es bereits gesagt und meine es auch so - er hat ein Glaskinn“, sagte Mormeck, der sich zum ersten französischen Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten krönen will.

Der seit April 2004 ungeschlagene Klitschko bleibt trotz der vollmundigen Ankündigung seines Gegners aber gelassen und antwortete im Stile eines selbsbewussten Champions mit einem Anflug von Ironie: „Deswegen versuche ich meine Gegner auszuknocken, bevor sie mein Glaskinn anfassen können, damit es nicht zerbricht.“

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„Dr. Steelhammer“ gilt in seinem 60. Profikampf (56 Siege, drei Niederlagen) und 20. WM-Kampf als haushoher Favorit - ohne dabei überheblich zu sein. „Ihn macht besonders gefährlich, dass er nichts zu verlieren hat“, sagte der IBF- und IBO-Weltmeister sowie WBO- und WBA-Superchampion aus der Ukraine über seinen athletischen Gegner und fügte an: „Es ist wahnsinnig schwer, gegen einen Mann zu boxen, der viel kleiner ist als ich.“ Auch sein Trainer Emanuel Steward warnte davor, den vom Klitschko-Lager wegen seines Kampfstils als „Mini-Tyson“ bezeichneten Mormeck zu unterschätzen. „Wir erwarten einen engeren Ausgang als die Öffentlichkeit“, sagte Steward.

Alles andere als ein Sieg Klitschkos wäre allerdings eine Sensation. Zu dominant trat der jüngere der beiden Klitschko-Brüder zuletzt in seinen Kämpfen auf, zu schwach sind die derzeitigen Gegner im Schwergewicht. Daran wird wohl auch Mormeck vor den erwarteten 50.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena nichts ändern können. „Ich bin bereit für diese Herausforderung. Ich habe immer noch den Hunger und nehme die Aufgabe nicht zu leicht“, meinte Klitschko.

Mormeck, der von seinen 40 Profikämpfen 36 gewonnen hat (22 durch K.o.), setzt in erster Linie auf seine „mentale Stärke“. Angst habe er nicht, obwohl Klitschko ein großer Champion sei. „Wenn ich beeindruckt wäre von ihm, dürfte ich nicht hier sein. Dann müsste ich mich vor dem Fernseher setzen und sagen: was für ein Champion. Das juckt mich aber nicht“, sagte Mormeck im RTL-Interview.

Ursprünglich sollte der Kampf, der in rund 150 Länder übertragen wird, bereits am 10. Dezember ausgetragen werden, aufgrund einer Nierenkolik Klitschkos musste er aber auf Samstag verschoben werden.

sid

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