Dreifach-Triumph bei Herren

Bob: Siege für Kiriasis und Arndt

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Sandra Kiriasis (r.) jubelt mit Franziska Fritz.

Winterberg - Die enttäuschend in die Saison gestarteten deutschen Bob-Piloten haben auf der Heimbahn in Winterberg eindrucksvoll zurückgeschlagen und ihre Durststrecke mit den ersten Saisonsiegen beendet.

Maximilian Arndt besiegte den „Superman“ gleich zweimal, Sandra Kiriasis beschenkte sich zum 39. Geburtstag selbst: Pünktlich zum Start ins Olympiajahr 2014 ist das deutsche Bobteam in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Mit drei famosen Siegen in vier Rennen beim Heim-Weltcup in Winterberg hat sich die Krisenstimmung in Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele in einem Monat gewandelt.

Den Bann hatte Weltmeister Arndt bereits am Samstag mit dem ersten Saisonsieg im Vierer gebrochen. Am Sonntag legte der Oberhofer nach und triumphierte im großen Schlitten erneut vor seinem Teamkollegen Francesco Friedrich (Oberbärenburg). Thomas Florschütz (Riesa) machte als Dritter das herausragende deutsche Mannschaftsergebnis perfekt.

Olympiasieger Steven Holcomb, der seine sieben Saisonsiege zuvor in Nordamerika provokant mit einem Superman-Shirt gefeiert hatte, ging leer aus und war am Samstag sogar schmerzhaft gestürzt. „Zwei Tage, zwei Siege - das ist perfekt“, sagte Arndt: „Wir wollten den Superman hier unbedingt schlagen. Wir haben der Konkurrenz gezeigt: Wir sind wieder zurück!“

Das gilt auch für die „Grande Dame“ des Bobsports. Einen Tag nach ihrem 39. Geburtstag fuhr sich Rekord-Weltmeisterin Sandra Kiriasis auf ihrer Heimbahn den Frust von der Seele, am Ende triumphierte sie mit hauchdünnem Vorsprung von 0,01 Sekunden vor der Amerikanerin Elena Meyers. „Das fühlt sich gigantisch an“, sagte Kiriasis, die kurzfristig auf einen anderen Schlitten umgestiegen war, und stellte sich auf eine fecht-fröhliche Sieges- und Geburtstagsfeier ein: „Die Mädels werden im Bus sicher ein bisschen Party machen. Ich nehme sicherheitshalber eine Flasche Sekt mit.“

Die Olympiasiegerin von 2006 gönnte sich schon bei der Siegerehrung einen kräftigen Schluck Bier und kämpfte mit den Freudentränen. Bis Olympia, dem letzten großen Wettbewerb ihrer Karriere, wartet aber noch viel Arbeit auf die erfolgreichste Pilotin der Bob-Geschichte. „Das alte Mädchen muss noch ein bisschen Gas geben“, sagte Kiriasis in der ARD. Anja Schneiderheinze landete mit Anschieberin Stephanie Schneider dank starker Startzeiten auf dem dritten Rang. Der Erfurterin fehlt damit nur noch eine Top-6-Platzierung, um sich ihr Olympia-Ticket zu sichern.

Grund zur Freude hatte auch Zweier-Weltmeister Francesco Friedrich, der mit zwei zweiten Plätzen endgültig sein Startrecht für den Vierer-Wettbewerb in Sotschi sicherte. Von Bundestrainer Christoph Langen fiel nach den lang ersehnten Befreiungsschlägen viel Druck ab, der zweimalige Olympiasieger ließ seine Freude immer wieder mit einem lautstarken „Jawohl!“ heraus. Aufgrund der teilweise großen Zeitrückstände am Start und der Umstellungsprobleme mit dem neuen Schlitten war Langen zuletzt in die Kritik geraten.

Dass auf das deutsche Team aber noch viel Arbeit wartet, zeigte das mäßige Ergebnis im Zweier-Wettbewerb der Männer ohne einen Podestplatz. Nach wie vor haben vor allem die älteren Piloten wie Florschütz und Kiriasis Probleme mit dem Olympiaschlitten „208“, manche stiegen zwischenzeitlich sogar auf das alte Material um.

sid

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