Sieg gegen Flensburg

THW Kiel gelingt Pokal-Hattrick

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Kiels Daniel Narcisse (re.) im Zweikampf mit Lasse Svan Hansen.

Hamburg - Der THW Kiel bleibt das Nonplusultra im deutschen Handball. Der Rekordmeister sicherte sich in einem hart umkämpften Finale gegen Flensburg den DHB-Pokal.

Die Zebras besiegten die SG Flensburg-Handewitt in der Neuauflage des Vorjahresfinales mit 33: 30 (12:16) und holten sich zum dritten Mal in Folge den DHB-Pokal. Der Triumph von Hamburg ist für den THW aber nur eine Durchgangsstation: Die Kieler wollen in dieser Saison ihr Triple aus Pokal, Meisterschaft und Champions-League-Titel verteidigen.

Für die Fördestädter ist es der sechste Pokalsieg seit 2007 und der neunte insgesamt. „Das war eine riesen Freude in der zweiten Halbzeit. Da haben wir richtig super Handball gespielt. Das vor der Pause war nicht ideal mit dem großen Rückstand“, sagte THW-Coach Alfred Gislason in Sport1. Bester Werfer des Rekord-Champions war vor 13.056 Zuschauern Gudjon Valur Sigurdsson mit sieben Treffern. Bei der SG, die zum dritten Mal in Folge im Finale am THW scheiterte, traf Thomas Mogensen am häufigsten (9).

Der Bundesliga-Tabellenführer zeigte in einem hochklassigen Finale einmal mehr seine ganze Klasse und ließ sich auch durch einen deutlichen Halbzeit-Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Während den Flensburgern mit zunehmender Spieldauer der harte Halbfinal-Fight vom Vortag gegen den HSV Hamburg (26:25 nach Verlängerung) anzumerken war, lief Kiel im zweiten Abschnitt zur Höchstform auf.

„Wir haben das Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit verloren. Wir waren im Angriff nicht kreativ genug. Ich fahre jetzt mit einem scheiß Gefühl nach Hause“, sagte Flensburgs Nationalspieler Steffen Weinhold, der mit fünf Treffern zweitbester SG-Werfer war.

Hitzig, hochklassig und heiß umkämpft - zwischen dem deutschen Vizemeister und dem THW entwickelte sich im ausverkauften Hexenkessel von Hamburg von Beginn an ein Pokalfight auf Augenhöhe. Bis zum 10:9 für den THW durch Superstar Filip Jicha (22.) konnte sich keines der beiden Teams absetzen.

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Dann kam die Zeit des Mattias Andersson, der nach dem Finale vom „MVP“ des Final Four gewählt wurde. Weil der schwedische Torhüter den SG-Kasten in den folgenden Minuten geradezu vernagelte und vorne Weinhold aufdrehte, zogen die Flensburger bis zur Halbzeit davon. Nach einem 6:0-Lauf binnen sieben Minuten führte der Außenseiter plötzlich mit 15:10 (29.).

Nach der Pause bewies der THW aber, warum er in der vergangenen Saison alles abräumte, was es im Handball zu gewinnen gibt. Gerade einmal vier Minuten benötigte der deutsche Rekordmeister, um den Halbzeit-Rückstand wettzumachen. Durch Jicha ging die Mannschaft von Alfred Gislason beim 18:17 erstmals wieder in Führung (39.).

Während die Kieler Maschinerie auch durch die Paraden von Keeper Thierry Omeyer zunehmend heiß lief, verloren die Flensburger kurzzeitig völlig den Faden. Nach dem zwischenzeitlichen 17:21 (43. ) hielt einzig Regiesseur Thomas Mogensen die SG mit seinen Toren im Spiel.

Mehr als der Anschlusstreffer zum 20:22 (47.) war aber nicht mehr drin. Spätestens nach dem Tor von Welthandballer Daniel Narcisse fünf Minuten vor dem Ende zum 30:25 war die Partie zu Gunsten des THW entschieden.

Kiel bezahlte den erneuten Pokalsieg allerdings teuer. Im Endspurt um Meisterschaft und Champions League muss der THW in den kommenden Wochen auf Christian Zeitz verzichten. Der Rückraumspieler hatte sich bei einer Abwehraktion im Halbfinale am Samstag gegen Melsungen (35:23) die rechte Mittelhand gebrochen. Der Linkshänder wird am Montag operiert.

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SID

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