Kerber im Interview: "Es ist noch nicht zu Ende"

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Angelique Kerber ist als ungesetzte Spielerin ins Halbfinale der US Open eingezogen.

New York - Angelique Kerber ist als ungesetzte Spielerin ins Halbfinale der US Open eingezogen. Sie kann es noch nicht fassen, will sich aber noch nicht zufrieden geben. Das Interview:

Frau Kerber, können Sie es schon fassen, dass Sie als ungesetzte Spielerin im Halbfinale der US Open stehen?

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Angelique Kerber: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, ein Traum, aber das Turnier ist noch nicht zu Ende. Schon in der Nacht vor dem Viertelfinale bin ich um 3.00 Uhr aufgewacht und wusste nicht, ob ich das alles geträumt habe oder ob es Wirklichkeit ist. Nach dem Matchball konnte ich es gar nicht glauben, und das kann ich immer noch nicht.“

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Es steht jetzt schon fest, dass Sie sich in der Weltrangliste von Position 92 auf 34 verbessern und bereits ein Preisgeld von 450.000 Dollar sicher haben. Werden Sie sich mit einem Geschenk belohnen?

Kerber: „Ich will gar nicht wissen, wieviel Geld ich bekomme. Ich habe mir schon nach meinen Sieg gegen die Polin Agnieszka Radwanska in der zweiten Runde gesagt, ich gucke nicht drauf, was ich verdiene und wie viele Punkte ich für das Ranking bekomme.“

Gab es schon Reaktionen nach Ihrem Überraschungssieg gegen Flavia Pennetta?

Kerber: „Zehn Minuten nach Spielende hatte ich rund 50 SMS und 60 E-Mails. Dann habe ich mein Handy ausgemacht, das war dann doch zu viel.“

Im Halbfinale wartet nun am Samstag die Weltranglistenzehnte Sam Stosur. Das Match wird in der Night Session im größten Tennis-Stadion der Welt stattfinden. Was ist Ihr Ziel?

Kerber: „Ich habe vor vier Jahren schon einmal im Arthur Ashe Stadium gespielt. Trotz der Niederlage damals gegen Serena Williams habe ich das in guter Erinnerung. Ich werde nervös sein, aber ich habe jetzt nichts mehr zu verlieren. Mein Ziel war die zweite, dritte Runde. Jetzt will ich das Spiel am Samstag genießen und so viel wie möglich mitnehmen.“

Sie haben vor der Hartplatzsaison drei Wochen lang mit Andrea Petkovic in der Tennis University von Rainer Schüttler und Alexander Waske in Offenbach trainiert. Danach hat Andrea gesagt, Sie würden im nächsten halben Jahr in die Top 30 vorstoßen. Haben Sie das geglaubt?

Kerber: „Ich habe es schon geglaubt. Dass es aber so schnell geht, hätte ich wirklich nicht gedacht. Andrea hat mir viele Tipps gegeben. Sie hat gesagt, geh einfach auf den Court und spiele dein Spiel.“

Es ist das erste Turnier mit Ihrem neuen Trainer Benjamin Ebrahim Zader aus der University in Offenbach. Es sollte erst eine Testphase geben, bevor die weitere Zusammenarbeit beschlossen wird. Wird er Ihr Coach bleiben?

Kerber: „Ich denke schon. Dass meine Mutter hier ist, ist auch gut. Es passt derzeit einfach alles gut zusammen.“

sid

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