Kaymer und Siem ohne Siegchance

+
Martin Kaymer schaffte es immerhin noch unter die Top 20

München - Martin Kaymer und Marcel Siem haben die Sieg-Träume der deutschen Golf-Fans in München nicht erfüllt. Kaymer landete unter den besten 20, Siem kam etwas besser weg.

Die deutschen Golfprofis haben sich bei der 23. BMW International Open mit Anstand verabschiedet. Dennoch steckt der Weltranglisten-Dritte Martin Kaymer weiter in einer leichten Krise und verliert die Rückkehr auf Platz eins in der Weltrangliste weiter aus den Augen.

Drei Jahre nach seinem Sieg in München-Nord Eichenried landete der Weltranglisten-Dritte (279-70+68+71+69) am Sonntag unter den Top 20. Der Ratinger Marcel Siem (278-69+68+71+70) war als zweiter von ursprünglich 15 deutschen Startern nach einem energischen Zwischenspurt auch nur um einen Schlag besser. “Eine Achterbahnfahrt war es dieses Mal nicht. Ich bin zufrieden, aber enttäuscht, was ich alles verbockt habe und was möglich gewesen wäre“, sagte Siem.

Auch Kaymer war nach seiner 69er Schlussrunde gelassen: “Ich bin eigentlich extrem zufrieden. Ich habe alles versucht und heute mein Maximum gegeben. Aber auf den Grüns hat es leider nicht funktioniert.“ Die erhoffte 63 wäre möglich gewesen. “Aber ich fahre mit vielen positiven Dingen morgen zum nächsten Turnier nach Paris.“ Sein schottischer Flightpartner Scott Jamieson (274) hatte es ihm mit einer 64 vorgemacht.

Vor allem das vierte Birdie der Runde auf dem 18. Grün begeisterte die Fans - insgesamt kamen an den vier Tagen 62 700 Zuschauer. “Das war wieder ein sensationelles Gefühl, vor so viel Fans, die mir so viel Rückhalt gaben“, meinte Kaymer, der auf dem Weg zur Pressekonferenz kaum vorankam. “Mir sind die Bälle ausgegangen, weil ich so viele verschenkt habe.“

Selbst mit einem Sieg bei dem mit zwei Millionen Euro dotierten Europa-Turnier hätte sich der 26 Jahre alte Golfstar nicht auf Rang zwei in der Welt verbessern können. Dafür war die internationale Konkurrenz qualitativ nicht gut und die Punktzahl nicht hoch genug, um im Ranking nach oben steigen zu können. Vor einem Jahr war Rang 21 das Maximum, und 2009 hatte er sogar den Cut verpasst.

Nach Platz 31 bei der BMW Championship im Mai in England und seinem 39. Rang bei der US Open konnte der Rheinländer auch auf einem seiner Lieblingskurse seine Minikrise nicht beenden. Um den zuletzt verlorenen richtigen Schwung wiederzufinden, hatte Kaymer alle Hoffnungen auf seinen Coach Günter Kessler gesetzt, der auch Marcel Siem wieder betreut. Aber selbst der erfahrene Trainer konnte in der Kürze der Zeit die Probleme nicht lösen. “Wir haben aber nur über Basics gesprochen. Ich bin auf einem sehr guten Weg“, meinte Kaymer.

dpa

WM, Titel und Skandale: Das Sport-Jahr 2010 im Rückblick

WM, Titel und Skandale: Das Sport-Jahr im Rückblick

Kommentare