Exoten bei Ski-WM

Wettrennen um den vorletzten Platz

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Jean-Pierre Roy (Archivfoto)

Schladming - Wenn der Haitianer Jean-Pierre Roy und der Jamaikaner Michael Williams am Donnerstag in der Qualifikation für den WM-Riesenslalom starten, beginnt der von ihnen als „Cool-Runnings-Cup“ bezeichnete Wettkampf.

„Rasta Piquet“, 49 Jahre alt, trifft dann auf „Jamaika Mike“ (43) - und verfolgt sein Ziel, „am Ende nicht das schlechteste Land“ zu sein.

Bereits zum zweiten Mal nimmt der in Frankreich lebende Roy, IT-Techniker mit haitianischen Wurzeln, an einer Ski-WM teil. 2011 war er in der Quali für den Riesenslalom 99., im Slalom reichte es zu Platz 78, knapp 26 Sekunden hinter dem Vorletzten. „Ich bin kein schlechter Skifahrer, ich fahre auch schwarze Pisten“, sagte Roy über sein Leistungsvermögen. „Aber das hier ist was anderes.“

Team Haiti besteht neben Präsident Roy noch aus dem Trainer, zugleich Manager und Pressesprecher, sowie dem zweiten Fahrer Benoit Eloc. Auch er lebt in Frankreich und musste sich für die WM den Pass seines Heimatlandes besorgen. Eine Medaille beim „Cool-Runnings-Cup“ bekommt er nicht. Der „Rising Star“ sei zu jung und zu schnell, meint „Rasta Piquet“. Im einzigen gelisteten Rennen Elocs, einem Slalom, fehlten beiden zwar über 48 Sekunden auf den Drittletzten - aber der 32-Jährige wurde 0,35 Sekunden hinter Roy Letzter.

dpa

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