Ziel: Olympia 2014

Ahonen plant Skisprung-Comeback

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Janne Ahonen zeigte in seiner Karriere so gut wie nie Emotionen

Helsinki - Janne Ahonen steht offenbar vor einem Comeback als Skispringer. Der 35 Jahre alte Finne hat bereits ein konretes Ziel vor Augen und glaubt, an alte Erfolge anknüpfen zu können.

Er ist der Rekordsieger der Vierschanzentournee, flog einst mit Restalkohol im Blut auf 240 Meter - und hat seinen Traum von einer olympischen Einzelmedaille noch nicht aufgegeben: Die finnische Skisprung-Ikone Janne Ahonen plant mit 35 Jahren ein zweites Comeback und will 2014 bei den Winterspielen in Sotschi wieder über den Bakken gehen. „Mein Vertrauen in meine Fähigkeiten ist zu einhundert Prozent da. Ich bin vollkommen fit“, sagte Ahonen dem finnischen Fernsehsender MTV3: „Meine Ziele sind Olympia in Sotschi und die Vierschanzentournee.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der „Eisvogel“ aus der Frührente zurückkehrt und vor Olympia noch einmal voll angreift. Ahonen, mit fünf Gesamtsiegen der Rekordchampion der Tournee, war im März 2008 das erste Mal zurückgetreten, feierte in der Saison 2009/2010 jedoch sein erstes Comeback. Nach den Springen in seiner Heimatstadt Lahti beendete er seine Karriere im März 2011 erneut.

Ahonen hatte sich noch einmal geplagt, um bei Olympia 2010 in Vancouver eine Medaille im Einzel zu gewinnen. Zweimal Silber mit dem Team war und ist ihm nicht genug. In Kanada wurde er aber „nur“ Vierter - und scheiterte erneut. Dafür hatte es der oft extrem unterkühlt wirkende Ausnahmekönner bei der Tournee 2010 zuvor noch einmal auf Rang zwei geschafft. Nun will „Finnair“ einen neuen Anlauf starten: „Ich glaube, das ist mit harter Arbeit zu schaffen.“

Angesichts der sportlichen Flaute in Finnland jubeln die Fans über den Comeback-Plan. Bei der diesjährigen Tournee war in Lauri Asikainen am Ende nur ein einziger Finne dabei. Die drei anderen Athleten hatte Cheftrainer Pekka Niemelä zur Halbzeit frustriert nach Hause geschickt. „Es macht keinen Sinn, jeden Tag aufs Neue geschlagen zu werden“, sagte Niemelä angesichts der katastrophalen Vorstellungen.

Noch ist nicht klar, wie genau der Plan des fünfmaligen Weltmeisters aussieht und wann er womöglich in den Weltcup zurückkehrt. Die Geschichten über Ahonen werden aber vorsorglich schon mal ausgegraben. Fast schon zur Legende wurde, wie er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Risto Jussilainen im März 2005 24 Dosen Bier leerte und am nächsten Tag in Planica auf 240 Meter flog. Damit sein Restalkohol nicht entdeckt wurde, soll er nach seinem Sturz bei der Landung die Einlieferung in ein Krankenhaus energisch abgelehnt haben. Erst Jahre später wurde der Grund dafür bekannt.

Ahonen, der Jens Weißflog neben Matti Nykänen als sein größtes Idol bezeichnet, ist Vater zweier Söhne und lebt in seinem Haus unweit der Schanzen von Lahti. Seine große Leidenschaft sind Dragster-Rennen. Sein Geschwindigkeitsrekord liege so „knapp über 300 Stundenkilometern“, berichtet er und fügt stolz hinzu: „Von 0 auf 100 in 0,7 Sekunden. Das ist schon ganz schön schnell und macht mir riesigen Spaß.“ Im September 2011 gründete der 36-malige Weltcupsieger seinen eigenen Rennstall „ART Sports Oy“.

Ahonens Biografie „Königsadler - Mein Leben als Skispringer“ ist seit November 2009 erhältlich - übrigens auch auf Deutsch. Vielleicht fügt er dem Buch jetzt noch ein paar Kapitel hinzu. Mit dem Gewinn der olympischen Einzelmedaille als Happy End.

sid

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