"Ich haue jetzt alles rein"

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Ist seit drei Wochen wieder im Training: Fabian Hambüchen

München - Nach fast halbjähriger Verletzungspause steht Turn-Ass Fabian Hambüchen kurz vor dem Comeback. Der beste deutsche Turner freut sich auf die Wettkämpfe und verrät was ihn besonders antreibt.

Ausnahmeturner Fabian Hambüchen steht kurz vor seinem Comeback nach über 200 Tagen Wettkampfpause: Der Reck-Weltmeister von 2007 steht am Samstag für seinen Heimatverein KTV Straubenhardt in der Bundesliga gegen die KTG Heidelberg auf der Matte. “Olympia treibt mich an, Gold wäre ein Traum“, begründet der 23-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd seine schnelle Rückkehr in den Leistungssport. Eigentlich war sein Comeback erst eine Woche später für die WM-Qualifikation in Altendiez eingeplant.

Hambüchen hatte sich im Januar einen Achillessehnenriss am linken Fuß zugezogen und trainiert erst seit drei Wochen wieder voll: “Ich haue jetzt alles rein. Ich freue mich einfach, Vollgas zu geben“, sagte der sechsmalige Europameister.

Der Liga-Wettkampf ist für den Olympia-Dritten ein kleiner Test vor dem großen Comeback. Denn genau eine Woche später geht es in Altendiez um erste Qualifikationspunkte auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften im Oktober in Tokio. Nachdem der Hesse wegen seiner schweren Verletzung bereits auf die europäischen Titelkämpfe in Berlin verzichten musste, liegt sein Fokus nun voll auf der WM im Kaiserreich.

Doch das ganz große Fernziel Hambüchens sind natürlich die Olympischen Spiele 2012 in London, deshalb wird er auch in den kommenden Wochen unnötige Wagnisse so weit wie möglich vermeiden. Auch der Deutsche Turner-Bund (DTB) kommt seinem Aushängeschild dabei ein wenig entgegen, der zuständige Lenkungsstab erteilte die Erlaubnis für eine zusätzliche dämpfende Landematte an jedem Gerät. „Das ist natürlich gut für Fabian“, sagte Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen.

Aber auch die Konkurrenz, allen voran Mehrkampf-Europameister Philipp Boy, darf sich diese Ausnahmegenehmigung zunutze machen. Der Vize-Weltmeister aus Cottbus ist zwar nahezu beschwerdefrei, will aber vor der WM-Quali sowie den deutschen Meisterschaften in drei Wochen in Göppingen kein Risiko eingehen: „Mein Programm ist wieder schwerer geworden. Ich werde deshalb erst einmal eine Sicherheitsvariante turnen. Es ist niemandem geholfen, wenn ich mich jetzt verletze.“

Zum direkten Duell zwischen Hambüchen und Boy kommt es allerdings erst in Altendiez. Denn der Lausitzer führt am Samstag zeitgleich die Meisterriege des SC Cottbus in den Bundesliga-Auswärtskampf bei der TG Saar.

SID/dapd

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