Holz- statt Businessklasse - Sportlerinnen sauer

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Für die japanischen Fußballerinnen und die australischen Basketballerinnen hieß es: Platz nehmen in der Economy Class.

London - Im Sport Weltklasse - an Bord Holzklasse. Die Reisepläne ihrer Olympia-Verbände haben Japans Fußballerinnen und Australiens Basketballerinnen auf die Palme gebracht.

Die erfolgreichen Damen-Teams mussten sich auf dem langen Flug nach London in die engen Sitzreihen der Economy Class quetschen. Die Männer, noch ohne sportliche Meriten, räkelten sich derweil in der komfortablen Business Class. Absicht oder Fauxpas?

„Ich denke mal, das hätte genau andersrum sein müssen“, forderte Homare Sawa, Superstar von Japans Weltmeisterteam und 2011 „Weltfußballerin des Jahres“. Sawa nahm es mit Humor. „Selbst vom Alter her sind wir ja eigentlich die Senioren“, sagte die 33-Jährige.

Die meisten japanischen Olympia-Athleten, stellte das NOK klar, müssten in der Touristenklasse fliegen. Ausnahmen würden nur bei Judokas und anderen körperlich sehr großen Sportlern gemacht. Der japanische Fußball-Verband verwies darauf, dass die Männerteams seit 1996 in Atlanta immer in der gehobenen Klasse fliegen - aufgrund ihres Profi-Status.

Bei den Australiern wurde aus der Geschlechter-Frage fast ein Politikum. Die Frauen („Opals“) von Down Under, die schon dreimal Olympia-Silber holten, fühlten sich in der Holzklasse deplatziert. Die noch medaillenlosen Männer hatten „nebenan“ in der Business Class eine entspannte Anreise. Der Verband kündigte in geschwollenen Worten eine Neuregelung an: „Ziel unserer olympischen Reisepolitik ist es sicherzustellen, dass es gleiche Reise-Arrangements für Männer- und Frauenteams bei künftigen Olympischen Spielen gibt.“

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