Höfl-Riesch Vierte beim Heim-Rennen

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Maria Riesch auf der Kandahar-Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen - Ski-Rennläuferin Maria Höfl-Riesch hat beim 50. Weltcup-Sieg von Lindsey Vonn (USA) das Podium knapp verpasst.

Es war so kalt, dass einem das Lächlen hätte einfrieren müssen. Maria Höfl-Riesch und Lindsey Vonn sahen bei minus 22 Grad Celsius trotzdem entspannt und zufrieden aus. Höfl-Riesch freute sich aufrichtig über Rang vier bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen, Vonn gluckste sogar vor Glück: Schon zum 50. Mal gewann die Amerikanerin am Samstag ein Rennen im Weltcup. „Es ist Wahnsinn“, sagte sie aufgekratzt, am Ende aber hatte auch sie nur einen Wunsch: „Hoffentlich“, sagte sie, werde es am Sonntag beim Super-G „nicht so kalt“.

Die Kälte war ein sehr wichtiges Thema am Fuße der ruppigen „Kandahar“, denn dass Lindsey Vonn ein Rennen gewinnt, eine Abfahrt noch dazu, daran haben sich mittlerweile fast alle gewöhnt. „Sie ist halt einfach die Beste“, sagte Maria Höfl-Riesch voller Anerkennung, „da kann man nur Respekt zollen und versuchen, dranzubleiben.“ Am Besten gelang dies diesmal Nadja Kamer aus der Schweiz (0,41 Sekunden zurück), die zum dritten Mal im Weltcup Rang zwei belegte, zum dritten Mal hinter Vonn. Auf Rang drei fuhr Tina Weihrather (Liechtenstein/0,79), sie war zwei Zehntelsekunden schneller als Höfl-Riesch. Veronique Hronek (Unterwössen) lag als 19. vor Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (Kreuth/21.

Bei aller Zufriedenheit: Rang drei „wäre schon drin gewesen“ für sie, betonte Höfl-Riesch. Die Doppel-Olympiasiegerin war gut ein Jahr zuvor auf der „Kandahar“ zu WM-Bronze gefahren, diesmal unterlief ihr im Abschlusstraining am Freitag ein Fehler im Mittelteil der Strecke. Dies hatte auch Auswirkungen auf das Rennen. „In dem Teil, wo ich im Training das Tor verfehlt habe, bin ich zu schön gefahren“, sagte Höfl-Riesch. Und so verlor sie nach Bestzeit im oberen Streckenabschnitt einen Sekundenbruchteil nach dem anderen, zumal: „Ich bin im unteren Teil nicht so gnadenlos und kompromisslos gefahren wie die Lindsey.“

Gnadenlos. Kompromisslos. Schnell. Lindsey Vonn ist die dritte Läuferin mit 50 Weltcup-Siegen - mehr haben nur die Schweizerin Vreni Schneider (55) und die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll (62). Allzu lange dürfte es nun nicht mehr dauern, ehe die Amerikanerin zumindest Schneider überholt. Neun Saisonsiege hat sie bereits, der Rekord wiederum steht bei 14 - gehalten von Schneider. „Es ist ein sehr schönes Gefühl, den 50. hier in Garmisch zu holen“, erklärte Vonn, und sie versicherte: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so viele Weltcupsiege haben würde.“

Die Konkurrenz ist nicht verzweifelt, aber ab und an wirkt sie ein bisschen hilflos. „Man muss zur Kenntnis nehmen, dass sie irgendwas besser macht“, sagte Elisabeth Görgl, vor einem Jahr zweifache Weltmeisterin auf der „Kandahar“. Sie könne aber halt nicht die Ski fahren, die Lindsey Vonn nutze, also Männer-Ski, „ich hab' nicht ihre Größe, ich hab' nicht ihr Gewicht, ich muss schauen, dass ich das beste aus meinen Möglichkeiten mache.“ Maria Höfl-Riesch erwartet von sich Ähnliches, am Sonntag im Super-G, sagt sie, sei „alles“ drin, zuletzt in St. Moritz habe sie ja nur zwei Zehntel hinter Vonn gelegen.

Zur Feier des Tages wollte sich Lindsey Vonn am Samstagabend in ihrem Wohnmobil wieder mal selbst bekochen. Zur Auswahl standen Chicken Curry und Lachs, mehr habe sie nicht drauf, sagte die Amerikanerin. Weil es aber bereits am Freitag Lachs gegeben habe, sei nun eben wieder das Hühnchen dran. Ski fahren kann sie definitiv besser.

SID

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