Höfl-Riesch traurig

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Maria Höfl-Riesch

Aspen  - Viktoria Rebensburg hat dem DSV beim Comeback von Lindsey Vonndie erste Podestplatzierung des Winters beschert. Derweil erlebte Maria Höfl-Riesch einen schmerzhaften 28. Geburtstag.

Maria Höfl-Riesch hatte Geburtstag, und ausgerechnet an diesem Tag war sie „traurig“, wie sie auch ihren Freunden bei Facebook mitteilte. Das ist auch verständlich: Maria Höfl-Riesch sagt, „ich freue mich derzeit auf jedes Rennen“, weil „ich einfach Spaß am Skifahren habe“. Beim Riesenslalom in Aspen im US-Bundesstaat Colorado aber schied sie im ersten Lauf aus und haute sich auch noch den linken Oberam an einer Torstange an.

„Ich hatte gut trainiert in der vergangenen Woche“, sagte Höfl-Riesch, „und deshalb ist es ärgerlich, so rauszufliegen.“ Und deshalb musste sie zusehen, wie an ihrem 28. Geburstag zunächst mal die anderen feierten. Lindsey Vonn etwa, der nach einem Aufenthalt im Krankenhaus ein Comeback gelang. Oder Tina Maze aus Slowenien, die im dritten Rennen dieses Winters zum zweiten Mal gewann. Oder Viktoria Rebensburg, die Dritte wurde.

„Die Freude über den Podestplatz ist schon groß“, versicherte Rebensburg, „ich habe einen Bock geschossen und bin auch technisch nicht sauber gefahren. Aber ich bin froh, dass ich jetzt ein gutes Ergebnis stehen habe.“ Beim Saison-Start in Sölden war sie noch im Finale ausgeschieden. Diesmal kämpfte sie sich auf dem „Ruthie“s Run„ noch um zwei Plätze nach vorne, hatte aber letztlich auch 1,54 Sekunden Rückstand auf die wie entfesselt fahrende Sölden-Siegerin Maze.

Wer die ehrgeizige Rebensburg kennt, der weiß, dass ein Ausfall und ein dritter Rang sie ziemlich wurmen. Doch die Olympiasiegerin, beste Weltcup-Fahrerin im Riesenslalom der vergangenen zwei Winter, hat ein bisschen Probleme mit dem Material. Seit dieser Saison sind die Skier länger, die Radien dadurch größer. `Am Material gibt es auch noch was zu tüfteln. Die einen tun sich schwerer, die anderen leichter“, sagt Rebensburg. Sie tut sich schwerer.

Auch Wolfgang Maier, der deutsche Alpindirektor, gibt zu, dass die Saison noch nicht richtig rund läuft für Rebensburg. Rang drei sei eine „Top-Platzierung“, betonte er, aber er bekannte auch: „Wir haben nicht so die Souveränität wie im letzten Jahr. Wir sind uns alle im Klaren, dass wir zulegen müssen. Die Gesamt-Abstimmung der Bewegung zum neuen Material - da sind wir nicht so gut aufgestellt wie im vergangenen Jahr.“

Zwei Plätze hinter Lena Dürr (Germering, 19.) gelang Lindsey Vonn nur rund eineinhalb Wochen nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus ein vielbeachtetes Comeback. Der 28 Jahre alten Amerikanerin ging aber schon im ersten Lauf die Kraft aus. Nach dem Finale sank sie in den Schnee, wo sie für einige Sekunden entkräftet liegen blieb. Sie habe sich gefühlt wie nach einem „100-Meilen-Marathon“, sagte Vonn, „dabei bin ich in meinem Leben nie weiter als fünf Meilen gelaufen“.

Sie habe durch die Erkrankung „ziemlich viel Kraft gelassen“, berichtete Vonn, von sechs Kilogramm Gewichtsverlust ist die Rede. Insgesamt gehe es ihr aber jetzt gut, sagte Vonn. Die viermalige Gesamtweltcup-Siegerin war wegen starker Schmerzen im Darmbereich in einer Klinik behandelt worden. „Ich bin nicht der Typ, der schnell ins Krankenhaus rennt. Aber es waren wirklich die schlimmsten Schmerzen meines Lebens“, sagte sie.

sid

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