Höfl-Riesch auf der Suche nach der WM-Form

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Maria Höfl-Riesch.

München - Drei Wochen vor der WM ist Maria Höfl-Riesch auf der Suche nach ihrer Form. Beim Weltcup-Slalom am Dienstag in Flachau hofft sie auf Besserung.

 Am Sonntagnachmittag ist Maria Höfl-Riesch von St. Anton heimgefahren nach Kitzbühel. Am Montag ging es nach Flachau. Am Dienstagabend, nach dem Weltcup-Slalom in Flachau, wird sie gleich nach Kitzbühel zurückfahren. „Am Mittwoch werde ich dann erst mal ausschlafen“, sagt Höfl-Riesch. Ein bisschen Luxus nur, am gleichen Tag noch muss die Doppel-Olympiasiegerin schon weiter nach Cortina d'Ampezzo, nächste Station im Weltcup.

Maria Höfl-Riesch ist Allrounderin. Sie fährt jedes Rennen. Im Gesamtweltcup ist sie deshalb derzeit Zweite. Allerdings mit einem Rückstand von 545 Punkten auf Tina Maze. Die Slowenin zeigt momentan eindrucksvoll, was eine Allrounderin leisten kann: Sie hat bereits sechs Saisonsiege auf dem Konto und gerade in St. Anton als sechste Läuferin der Weltcup-Geschichte auch in der fünften alpinen Disziplin ein Rennen gewonnen. „Der absolute Wahnsinn“, sagt Höfl-Riesch über Maze.

In der Tat trennen Höfl-Riesch und Maze derzeit Welten. Zwar betont Höfl-Riesch, sie sei mit ihrer bisherigen Saison zufrieden, „ich fahre konstant und solide.“ Doch selbstkritisch räumt sie im gleichen Atemzug auch ein: „Es fehlt einfach der Tupfer.“ Es fehlen Podestplatzierungen. Es fehlt Sicherheit. Drei Wochen vor der WM in Schladming (4. bis 17. Februar) fehlt es Höfl-Riesch vor allem an der Form, die eine Medaillenanwärterin braucht.

Maria Höfl-Riesch hat bislang ein Rennen gewonnen in diesem Winter, einmal hat sie den dritten Rang belegt, jeweils im Slalom. Ansonsten war sie stets mittendrin in der Weltspitze, aber nie ganz vorne dabei: dreimal Sechste, dreimal Fünfte, viermal Vierte - eine Chronik der verpassten Gelegenheiten. „Es geht mehr“, weiß auch die 28 Jahre alte Partenkirchnerin, sie sagt: „Ich muss schauen, dass ich an meinen Fehlern arbeite und sie abstelle.“ Nur: wann?

Maria Höfl-Riesch muss derzeit feststellen, dass ihr begnadetes Talent und Trainingsfleiß nicht mehr ausreichen. In den vergangenen vier Wintern war sie jeweils mindestens dreimal auf Platz eins und weitere sechsmal aufs Podest gefahren. Doch in jeder Disziplin gibt es Spezialistinnen, es gibt auch immer mehr Läuferinnen, die um die drei Plätze auf dem Podest mitfahren, gerade im Slalom, und „das Niveau ist insgesamt gestiegen“, sagt Höfl-Riesch.

Der Slalom ist nach wie vor die beste Disziplin von Höfl-Riesch, von ihren 24 Weltcup-Siegen gelangen ihr neun im Torlauf - einer davon in Flachau. Ihr liegt der Hang, benannt nach keinem geringeren als Hermann Maier, und Frauen-Cheftrainer Tom Stauffer sagt: „Maria hat auch heuer das Podest im Visier.“ Auch bedeutet: Bei ihren zwei weiteren Teilnahmen in Flachau belegte Höfl-Riesch Rang zwei. Eine Platzierung, mit der sie am Dienstagabend zufrieden wäre.

„Ich habe jetzt oft genug das Podest knapp verpasst. Hoffentlich klappt es am Dienstag“, sagt Höfl-Riesch. Ihr Einwand: Die anderen arbeiten schon seit Tagen auf den Slalom in Flachau hin, sie hatte lediglich den Montag zur Vorbereitung. Was freilich in diesem Fall auch für Tina Maze gilt.

sid

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