Olympiaberg: Höfl-Riesch hofft auf Schnee

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Maria Höfl-Riesch.

München - Maria Höfl-Riesch will am 1. Januar unbedingt am Weltcup-Parallelslalom auf dem Olympiaberg teilnehmen. Allerdings hängt ihre Teilnahme vom Wettergott ab.

Das lädierte Knie zwickt und zwackt hin und wieder noch ein bisschen, und Maria Höfl-Riesch findet es verständlicherweise „ein bisschen blöd, wenn man das im Hinterkopf hat.“ Ihren Tatendrang soll das aber beileibe nicht bremsen. Wenn am 1. Januar auf dem Münchner Olympiaberg die Startklappen nach unten kippen, will die Doppel-Olympiasiegerin auf jeden Fall dabei sein. „Ich denke, es sollte kein Problem sein“, versicherte sie 28 Jahre alte Gesamtweltcup-Siegerin am Donnerstag bei einem Besuch im Olympiapark.

Ob Höfl-Riesch am Neujahrstag beim Weltcup-Parallelslalom in München an den Start gehen kann, hängt vielmehr vom Wetter der kommenden Tage ab. Noch ist das Rennen nicht zu 100 Prozent gesichert, sagte Organisationschef Frank Seipp: „Es ist schwierig vorherzusagen, wann unsere deadline ist. Anfang nächster Woche müssen wir sehen, ob wir es schaffen können.“ Das Problem ist keineswegs ein Mangel an Schnee. Der Münchner Flughafen hat Tonnen davon von seinem Vorfeld und den Landebahnen weggeräumt und in den Olympiapark gekarrt.

Das Problem wäre vorerst auch nicht der Regen. „Das kompensieren wir mit Masse“, betont Seipp. Das Problem wird sein, aus der erwähnten Masse an Schnee mit 150 Helfern und zwei Pistenraupen auch eine geeignete Piste zu machen. Dazu brauchen sie in München Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, zumindest nachts. Wann die kommen - Seipp wagt keine Prognose, die Realität hat in den vergangenen Tagen und Wochen die Vorhersagen konterkariert. „Wenn es geheißen hat, es wird kalt, dann ist warm geworden“, erklärt er mit einem Lächeln.

Nicht nur Maria Höfl-Riesch fände es bedauernswert, fiele das Rennen aus. „Das war ein Wahnsinnsgefühl“, sagt sie im Rückblick auf den 2. Januar, als es auf dem ehemaligen Schuttberg im Münchner Olympiapark erstmals um Weltcuppunkte ging. Alles passte damals, vor allem die 25.000 Zuschauer am Fuße der rund 200 Meter langen Piste übertrafen alle Erwartungen. Auch die Kolleginnen seien von dem Spektakel begeistert gewesen, berichtet Höfl-Riesch: „Ich denke, dass die Veranstaltung super Anklang gefunden hat. Es ist etwas Besonderes.“

Ab 2012 soll das Rennen, in dem bei Frauen und Männern die jeweils 16 Erstplatzieren der Weltrangliste startberechtigt sind, für zunächst fünf Jahre fester Bestandteil des alpinen Weltcup-Kalenders sein. Wenn alles gut geht für den kommenden Neujahrstag, will Maria Höfl-Riesch am letzten Tag dieses Jahres noch eine „Sonderschicht einlegen“ auf dem 60 Meter hohen Hügel. Zuvor aber wird sie in Garmisch-Partenkirchen Weihnachten feiern, womöglich sogar mit Freundin Lindsey Vonn, und am 28. und 29. Dezember im österreichischen Lienz starten.

Und damit von ihrer Seite alles glatt geht, wird „in den kommenden Tagen“ auch das linke Knie weiter behandelt.

sid

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