Nach "Warnschuss"

Höfl-Riesch Fünfte - Rebensburg raus

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Maria Höfl-Riesch

Beaver Creek/Lake Louise - Ein „Warnschuss“ war der Speedtest der WM-Strecken für Maria Höfl-Riesch & Co., im Riesenslalom präsentierte sich die Doppel-Olympiasiegerin gut in Form.

Maria Höfl-Riesch kam dem Podest am Ende eines durchwachsenen Weltcup-Wochenendes noch einmal nahe, Viktoria Rebensburg schied dagegen im Kampf um das Podium aus. Rund zwei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi haben die deutschen Alpinen keine glückliche Rennen in Nordamerika erlebt.

Nach Platz drei von Rebensburg beim Saisonstart in Sölden und Rang zwei von Höfl-Riesch in Levi blieb das Team am dritten Renn-Wochenende im Olympia-Winter erstmals ohne Podestplatz. Höfl-Riesch sorgte als Fünfte des abschließenden Riesentorlaufs in Beaver Creek noch für die beste deutsche Platzierung. Großen Respekt verdiente sich Skirennfahrer Tobias Stechert: Beim Weltcup-Comeback erfüllte er als Abfahrts-Elfter die halbe Norm für den Saisonhöhepunkt.

Hinter Stechert ließ bei den Siegen von Dominik Paris (Italien/Abfahrt) und Aksel Lund Svindal (Norwegen/Super G) kein anderer deutscher Speedherr in Lake Louise/Kanada aufhorchen. Die Damen traten in der Höhe von Beaver Creak in den USA bei den Erfolgen von Lara Gut (Schweiz) in Abfahrt und Super-G sowie dem Sieg von Jessica Lindell-Vikarby (Schweden) im Riesenslalom ebenfalls nicht als starke Mannschaft in Erscheinung. Die wiedergenesene Rebensburg („Die Nacht Schlaf hat viel geholfen“) schied als Vierte des ersten Durchgangs im Finale aus.

Bei Höfl-Riesch waren die Plätze acht (Abfahrt) und sieben (Super-G) keineswegs schlecht, erhofft hatte sich die Doppel-Olympiasiegerin beim Test der WM-Strecken für 2015 aber ein bisschen mehr. „Es ist sicherlich nicht mein Anspruch, da um Platz neun oder zehn zu fahren. Aber ich versuche es positiv zu sehen. Es waren sicherlich keine guten Fahrten und trotzdem bin ich einigermaßen dabei“, sagte die Kombinations-Weltmeisterin. „Es ist da sicher noch Luft nach oben.“ Im Ziel des Riesenslaloms ballte sie die Faust und bejubelte die zwischenzeitliche Führung. Von Platz elf im ersten Lauf fuhr sie auf Rang fünf vor. 0,56 Sekunden fehlten auf das Stockerl, aber immerhin war es das besten Riesentorlauf-Ergebnis seit Januar.

Alpindirektor Wolfgang Maier sah am Wochenende noch reichlich Reserven bei seinen Rennläuferinnen. „Das ist ein Warnschuss gewesen“, betonte Maier in den amerikanischen Rocky Mountains nach den Speed-Disziplinen. „Wir sind nicht optimal in die Saison gestartet. Das ist einfach ein bisschen zu wenig.“ In Sölden und Levi hatten Rebensburg und Höfl-Riesch noch Podestplätze eingefahren. Aber wenn die beiden Olympiasiegerinnen nicht zur Stelle sind, sorgt auch keine andere Alpine des Deutschen Skiverbandes für ein Glanzlichtlein. Michael Wenig holte sich als 29. der Abfahrt erstmals Weltcup-Punkte, Veronique Hronek verfehlte als 16. im Super-G nur knapp die halbe Olympia-Norm - mehr Positives gab es nicht im Team.

Höfl-Riesch macht der Trainingsrückstand als Vielfahrerin zu schaffen, denn im Vergleich zu den Spezialistinnen fehlen ihr einfach Fahrten auf den langen Ski. Rebensburg konnte nach Krankheit nur geschwächt starten und schlug sich gemessen daran überaus achtbar. „Man muss es nehmen, wie es kommt. Deswegen war es trotzdem ganz ok“, erklärte die 24-Jährige. Höfl-Riesch darf zu den Rennen nach Lake Louise die Erkenntnis mitnehmen, dass der Rückstand zur Speedspitze nicht allzu groß ist. Rebensburg, 13. im Super-G., hielt nach „hartnäckiger Erkältung“ (Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer) zumindest einen Durchgang mit der Elite mit.

Und bei den Herren? Nachdem das Abfahrtsteam im Vorjahr nach Verletzung um Verletzung immer kleiner wurde, trat in den ersten schnellen Rennen der Sotschi-Saison wieder eine Gruppe an. Josef Ferstl holte sich im Super-G als 27. vier Weltcup-Punkte. Stechert knüpfte an die starke Vorstellung von Platz fünf vor einem Jahr ebenfalls in Lake Louise an. Der Oberstdorfer ballte nach dem zweitbesten Resultat seiner Weltcup-Karriere zufrieden die Faust. „Das war ein gutes Comeback“, lobte Maier. „Mit dem Ergebnis und dem Auftakt kann man schon zufrieden sein.“ Im Vorjahr war Stechert lange ausgefallen. Bei der WM unternahm er einen Comeback-Versuch, aber Ranf 24 im Super-G war kein reichhaltiger Lohn für die Pein.

dpa

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