Höfl-Riesch denkt schon an die nächste Saison

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Den Sieg im Gesamtweltcup kann Maria Höfl-Riesch in dieser Saison abschreiben.

Cortina d'Ampezzo - Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist Maria Höfl-Riesch nicht zufrieden. Nicht zuletzt deshalb hat die Gesamtweltcupsiegerin bereits mit den Planungen für den kommenden Winter begonnen.

Maria Höfl-Riesch wirkt erstaunlich gelassen. Die bisherige Saison läuft nicht nach Wunsch, „im Moment“, sagt sie, „passt halt nicht alles bei mir.“ Zweimal erst hat sie in diesem Winter auf dem „Stockerl“ gestanden, den begehrten Gesamtweltcup, den sie in der vergangenen Saison nach vielen vergeblichen Anläufen endlich gewonnen hatte, wird sie nicht erfolgreich verteidigen können. Gemessen an den nackten Zahlen, sagt Sportdirektor Wolfgang Maier, ist diese Saison für Maria Höfl-Riesch „ein deutlicher Rückschritt“.

Maria Höfl-Riesch sitzt nun im Hotel Cristallino in Cortina d'Ampezzo, im Olympiaort von 1956 werden am Samstag und Sonntag eine Abfahrt und ein Super-G gefahren. Aber richtig frustrierte Menschen sehen etwas anders aus. „Natürlich habe ich diese Saison noch nicht abgehakt“, versichert sie. Sie wisse, ergänzt die 27-Jährige, „dass ich vorne mitfahren kann, ich denke, ich kann aufs Podest fahren“, das ist vorläufig das Ziel. Und unter den gegebenen Umständen wäre sie zufrieden, wenn sie in Cortina unter die ersten Fünf käme.

Nein, Maria-Höfl-Riesch wird es nicht schleifen lassen. Obwohl sie auch in Cortina die Nachwirkungen ihres schweren grippalen Infekts plagen, obwohl nach wie vor „mein Immunsystem im Keller ist“: Sie kämpft weiter, sie fährt weiter. Zugleich handelt sie wie der Manager eines Formel-1-Teams der weiß, dass seine Boliden vorne mitfahren können, der WM-Titel aber mittlerweile weg ist: Maria Höfl-Riesch hat bereits mit den Planungen für die kommende Saison begonnen. Da soll dann wieder die Siegfahrerin Maria Höfl-Riesch zu sehen sein.

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„Ja“, sagt sie lächelnd, so könne man das sehen. Mit den Trainern hat sie bereits einen Plan aufgestellt. Gleich nach der Saison wird sie neues Material testen, im WM-Winter 2012/2013 gibt es neue Richtlinien für die Skier. Dieses Testen hat Maria Höfl-Riesch nie sonderlich gemocht, jetzt sagt sie mit einem zuversichtlichen Lächeln: „Ich schaue schon, was ich besser machen kann. Und vielleicht werde ich doch auch nochmal die Männerski testen.“ Konkurrentin Lindsey Vonn fährt dieses Material, das für gewöhnlich Männer nutzen.

Und gleich nach dem Ende der Saison im März will Maria Höfl-Riesch auch dafür sorgen, dass sie gesundheitlich den immensen Belastungen einer alpinen Weltcup-Saison standhalten kann. „Wenn man solchen Belastungen ausgesetzt ist, ist man halt einfach anfällig“, weiß sie. Maria Höfl-Riesch will, sie muss ihr Immunsystem wieder auf Vordermann bringen, dazu gehört auch eine seit Oktober aufgeschobene Darmsanierung. „Ich muss schauen“, sagt sie, „dass ich das im Frühjahr so schnell wie möglich in den Griff kriege.“

Probleme mit dem Darm, dem Immunsystem, eine Verletzung am letzten Tag des Trainingslagers im August in Neuseeland, ein nicht unbedingt gelungenes zweites Trainingslager in Chile, wo sich ihre Schwester schwer verletzte - es hat nicht alles zusammengepasst bislang. Maria Höfl-Riesch aber will nicht verzagen. „Ich will mich nicht zu sehr beschweren, andere brechen sich den Hax'n oder reißen sich die Bänder.“ Und wenn es „aus welchen Gründen auch immer ein paar Rennen nicht so gut läuft, darf man nicht verzweifeln und sich reinsteigern.“

Maria Höfl-Riesch hat Erklärungen, warum diese Saison nicht nach Wunsch läuft. Und sie vermittelt den Eindruck, dass sie ziemlich genau weiß, was zu tun ist, damit sich die Konkurrenz künftig wieder an ihr orientieren muss.

sid

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