Titel von 2008 verteidigt

Hockey-Herren gelingt der nächste Gold-Coup

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Mit einer starken Leistung im Finale  sichern sich die deutschen Hockey-Herren Gold.

London - Die deutschen Hockey-Herren haben zum zweiten Mal in Folge den Olymp bestiegen und vier Jahre nach dem Triumph von Peking ihren Gold-Coup wiederholt.

Jan Philipp Rabente mit einem Doppelpack (33. und 66.) und der bärenstarke Torwart Max Weinhold führten das deutsche Team gegen die Niederlande zum 2:1 (1: 0)-Erfolg und bescherten ihrem Trainer Markus Weise sogar den Hattrick. Der „Goldschmied“ hatte vor dem Sieg in Peking auch schon 2004 die deutschen Damen zum Olympiasieg geführt. Mink van der Weerden hatte nach der dritten Strafecke der Niederländer den 1: 1-Ausgleich erzielt (54.).

In einem emotionalen Duell der beiden Erzrivalen nahm das Team um Kapitän Max Müller vor den Augen des mit einer großen Deutschland-Fahne ausgerüsteten Diskus-Olympiasiegers Robert Harting und zahlreicher weiterer deutscher Medaillengewinner im entscheidenden Moment Revanche für die 1:3-Niederlage im letztlich unbedeutenden Gruppenspiel sechs Tage zuvor. Als es darauf ankam, war Weises Mannschaft wie schon im Halbfinale beim 4:2-Erfolg gegen Weltmeister Australien voll da. Nach sechs Endspielsiegen gegen Oranje bei Europameisterschaften war es der erste Triumph in einem olympischen Finale.

Damit sicherte sich Deutschland bereits zum vierten Mal in der Geschichte der Spiele die Goldmedaille. Nur Rekordgewinner Indien war mit acht Siegen erfolgreicher. Der erste Olympiasieg war genau vor 40 Jahren 1972 beim Heimspiel in München gegen Pakistan (1:0) gelungen, der zweite vor 20 Jahren bei den Spielen 1992 in Barcelona gegen Australien (2:1). Vor vier Jahren hatte Christopher Zeller im Finale in Peking das entscheidende Tor gegen Spanien (1: 0) erzielt.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Neben Zeller waren neun weitere Goldjungs von 2008 in London dabei. Und wie schon in China hatten sie in der Vorrunde leichte Schwächen gezeigt, unter anderem mit einer ganz schwachen Leistung gegen Oranje. Für die entscheidenden K.o.-Spiele hatte Weise dann aber wieder genau die richtigen Knöpfe gedrückt, um aus seinen Spielern die entscheidenden Prozente herauszukitzeln, die richtige Balance zwischen Höchstleistung im Spiel und völliger Entspannung an den Ruhetagen gefunden.

In der ersten Halbzeit begannen beide Teams hochkonzentriert. Bei fast jeder Aktion war zu spüren, wie viel Respekt die beiden Hockey-Schwergewichte voreinander haben. Die ersten beiden Chancen hatte Oranje, allerdings war der deutsche Torhüter Max Weinhold gegen Rogier Hofmann (5.) und Billy Bakker (21. und 24.) jeweils zur Stelle. Die erste gefährliche Aktion des Weise-Teams hatte Florian Fuchs, verfehlte nach einem Solo mit der Rückhand aber knapp das Tor (23.).

Besser machte es zehn Minuten später Rabente. Der 25 Jahre alte Mülheimer ließ gleich drei Holländer wie Slalomstangen stehen und ließ dann auch dem Torhüter keine Abwehrchance. Es war das erste Turniertor des Olympia-Debütanten und erst sein siebtes überhaupt in der Nationalmannschaft.

Nach der Pause behielt das deutsche Team das Oranje-Team zunächst unter Kontrolle. Beinahe wäre früh die Vorentscheidung gefallen, doch Christopher Zeller hatte in der 46. Minute mit einem Pfostenschuss Pech. Nach dem Ausgleich lieferten sich beide Teams ein bis zum Ende spannendes Duell auf Augenhöhe - mit dem besseren Ende für das deutsche Team, weil Rabente aus kurzer Distanz zum zweiten Mal zur Stelle war.

sid

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