Hirscher mit "Blödsinn", Lob für kranken Neureuther

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Felix Neureuther

Kranjska Gora - Beat Feuz startet als Führender in den Weltcup-Showdown bei den Alpinen. Dabei profitierte der Schweizer vom Slalom-Aus seines ärgsten Verfolgers Marcel Hirscher.

Es war ein folgenschwerer Fehler, womöglich der entscheidende, und Marcel Hirscher wusste es. Beim Zweikampf mit dem Schweizer Beat Feuz um den Gesamtweltcup der alpinen Ski-Rennläufer schied der Österreicher beim Slalom in slowenischen Kranjska Gora im ersten Lauf aus, statt mit einem kleinen Polster geht der 23-Jährige nun mit einem Rückstand von 55 Punkten in das Weltcup-Finale ab Mittwoch im österreichischen Schladming.

„Ich hab einen sehr engen Fahrstil, der sehr riskikoreich ist. Der bringt mir viel, kostet mich aber auch viel“, sagte Hirscher. Schon acht Siege hat ihm sein Fahrstil in dieser Saison gebracht, für die große Kristallkugel aber wird es in Schladming vielleicht nicht mehr reichen. „Es ist halt das erste Mal, dass ich irgendwo einen Blödsinn gemacht habe - wenn man so will“, sagte Hirscher, der Spezialist in den Disziplinen Riesenslalom und Slalom.

In Schladming wird pro Disziplin noch ein Rennen gefahren, Feuz ist der Spezialist für Abfahrt und Super-G. „Ich muss Vollgas geben, und der Beat muss Fehler machen. Davon gehe ich nicht aus. Aber wie man heute sieht, passiert das schnell“, sagte Hirscher am Sonntag nach dem ersten Lauf des Slaloms, den Andre Myhrer aus Schweden vor Cristian Deville aus Italien und Alexis Pinturault aus Frankreich gewann.

Hirscher hatte schon im Riesenslalom, den Ted Ligety aus den USA überlegen vor Pinturault gewann, 20 Punkte verspielt, als er im Finale von Rang zwei auf Rang drei zurückfiel. Damit hat Ligety noch die Chance, seinen Weltcup-Titel im Riesenslalom erfolgreich zu verteidigen, auch wenn seine Chance bei 95 Punkten Rückstand auf Hirscher eher gering ist. Hirscher wiederum hat im Slalom-Weltcup nun 60 Punkte Rückstand auf Ivica Kostelic aus Kroatien.

Bemerkenswert waren die Leistungen von Felix Neureuther und Fritz Dopfer. Neureuther war von einem Magen-Darm-Virus derart geschwächt, dass er sich nach dem Slalom am Sonntag fühlte „wie ein Waschlappen“. Umso zufriedener war er mit seinen beiden Platzierungen: Rang 21 im Riesenslalom, und vor allem Rang sieben im Slalom. Sportdirektor Wolfgang Maier lobte: „Es ging ihm echt scheiße, aber da sieht man mal, was für ein guter Skifahrer der Felix ist.“

„Ich muss jetzt erst mal dringend regenerieren“, sagte Neureuther vor der Abreise aus Slowenien, gut für ihn, dass der Slalom beim Weltcup-Finale erst am Sonntag stattfindet. Dopfer dagegen will so schnell wie möglich zu einem Arzt. Nach seinem bemerkenswerten siebten Rang im Riesenslalom hatten sich bei ihm Knieschmerzen bemerkbar gemacht, im Slalom reichte es wenigstens noch zu Rang 24. Beim Weltcup-Finale wäre er in beiden Disziplinen startberechtigt.

SID

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