Heuberger freut sich und lässt K-Frage offen

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Martin Heuberger erhofft sich nach dem Sieg über Island einen Aufwärtstrend seines Teams.

Mannheim - Mit einem 33:22 gegen Island gelang den deutschen Handballern nach der verpassten Olympia-Quali der erhoffte Neustart. Doch wer setzt sich in der K-Frage durch? Zwei Spieler sind im Rennen.

Über die vielen kleinen Ausrufezeichen redete Martin Heuberger nur allzu gerne, die K-Frage aber ließ der Handball-Bundestrainer nach dem geglückten Neustart offen. Damit gehen die Spekulationen über den neuen Kapitän und Nachfolger des zurückgetreten Hamburgers Pascal Hens in die nächste Runde.

Beim überzeugenden 33:22 (16:13)-Erfolg gegen Island am Mittwochabend in Mannheim führte Oliver Roggisch die verjüngte Nationalmannschaft 49 Tage nach dem geplatzten Olympia-Traum aufs Feld. Und der Abwehrchef der Rhein-Neckar Löwen bewarb sich mit Blick auf die wichtigen WM-Playoffs im Juni gegen Bosnien und Herzegowina offen um das prestigeträchtige Amt des Spielführers.

„Natürlich würde ich es auch in Zukunft gerne machen. Das ist schon etwas Besonderes“, meinte der 33-jährige Roggisch, während im gleichen Moment der zweite K-Anwärter mit Krücken vorbeihumpelte. Dass der derzeit verletzte Spielmacher Michael Haaß (Fuß-OP) aus Göppingen der einzig ernstzunehmende Gegenkandidat für Roggisch ist, daran ließ Heuberger keinen Zweifel. „Das sind zwei gute Alternativen. Oli macht seine Sache gut, aber auch Michael ist ein charakterlich dominanter Spieler und hat die Präsenz auf dem Spielfeld“, sagte Heuberger.

Andere wie der Kieler Dominik Klein oder der frischgebackene „Handballer des Jahres“ Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) scheinen derzeit wenig Chancen auf die Binde zu haben. Ob die endgültige Entscheidung über den Spielführer noch vor den WM-Qualispielen fallen wird, ließ der Bundestrainer offen. Heuberger: „Wir werden sehen und erst einmal von Maßnahme zu Maßnahme entscheiden.“

Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar tendiert aus perspektivischen Gründen offenbar eher zu Haaß, der nach seinem Fußbruch auf ein Nationalmannschafts-Comeback gegen Bosnien/Herzegowina hofft. „Haaß ist korrekt, ehrlich, verlässlich und ein Charakter, der die Mannschaft führen kann. Bei Roggisch ist die Frage, ob eine Entscheidung für ihn zukunftsorientiert ist“, sagte Kretzschmar dem Handball-Magazin.

In puncto Zukunft im Allgemeinen ist Roggisch trotz der EM-Enttäuschung mit Platz sieben nicht bange. Insbesondere, weil die drei Debütanten Johannes Sellin (3/1), Maximilian Holst (2) und Hendrik Pekeler gegen den allerdings ersatzgeschwächten Olympia-Zweiten Island vielversprechende Ansätze zeigten. Nicht nur Heuberger war „beeindruckt“ von den Neuen. „Die hatten kein Lampenfieber und haben gespielt, als wären sie hier zu Hause. Sehr abgezockt“, sagte Roggisch über das Trio, das an diesem Abend vor 7612 Zuschauern stellvertretend für den sanften Umbruch im DHB-Team stand.

Rechtsaußen Sellin gab das Kompliment dann auch zurück und ist von den Kapitäns-Qualitäten eines Oliver Roggisch überzeugt: „Olli ist ein super Typ. Er baut einen noch zusätzlich auf“, saget der 21-Jährige von den Füchsen Berlin und nagte nach seinem ersten Länderspiel aufgeregt an einem Müsliriegel.

Auch Heuberger war angesichts des erfolgreichen Neuanfangs zufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg. Natürlich gibt es mit Blick auf die WM-Playoffs noch ein paar Baustellen, aber man spürt, da wächst eine Mannschaft zusammen“, sagte der 47-Jährige. Vor allen Dingen an der Aggressivität in der Abwehr soll noch gearbeitet werden.

Vor dem ersten WM-Qualispiel am 9. Juni in Stuttgart stehen noch drei Tests an. Am 2. April trifft das Heuberger-Team in Danzig auf Gastgeber Polen. Über Ostern gibt es dann zwei Duelle mit Europameister Dänemark. Am Karfreitag (6. April) bestreiten die Deutschen das Auswärtsspiel in Herning, am Ostersamstag (7. April) folgt das zweite Duell in Flensburg.

sid

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