Haye zeigt bei PK gebrochenen Zeh

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David Haye kletterte bei der PK auf den Tisch und zeigte seinen gebrochenen Zeh.

Hamburg - Der "Kampf des Jahres" zwischen Wladimir Klitschko und David Haye lockte 500 Millionen Menschen weltweit vor die TV-Geräte. Bei der Pressekonferenz lieferten sich die Athleten nochmal ein Wortgefecht.

Kaum hatte Wladimir Klitschko den historischen Triumph gegen David Haye perfekt gemacht, ging das Hass-Duell in die nächste Runde. Während der Pressekonferenz stieg der Verlierer auf den Tisch und zeigte seinen gebrochenen Zeh, der der wahre Grund für seine Niederlage gewesen sein soll. „Ich bin kein Arzt, aber vielleicht hat dich ja eine Biene gestochen“, rief Klitschko, der zuvor durch den Sieg den letzten der vier wichtigen WM-Gürtel in die Familie geholt hatte. Klitschko gewann auch die Verbalschlacht mit Haye, nachdem er bereits im Ring Vorteile hatte. Am Ende riss er die Arme in die Höhe. „Ein Traum ist wahr geworden. Das ist ein besonderer Moment“, sagte der 35-Jährige. Er selbst ist nun Champion der WBA, WBO und IBF. Bruder Witali trägt den WBC-Gürtel. Damit hat das Brüderpaar alle wichtigen Titel - ein Novum im Schwergewichtsboxen.

„Das Einzige was fehlt, ist der K.o. Ich hatte mir gewünscht, Haye liegt bewusstlos am Boden“, sagte Witali Klitschko. Der ältere Bruder hatte die Beleidungen von Haye in Richtung Wladimir („beschissener Esel“, „Hyäne“, „Langweiler“) nicht vergessen. Hayes T-Shirt mit dem abgeschnitteten Klitschko-Köpfen war ebenfalls noch in bester Erinnerung. „Ich hätte ihn gern mit meinem 50. K.o. zu Boden geschickt, doch es hat leider nicht gereicht“, sagte Wladimir.

Klitschko schlägt Haye: Die Bilder vom Kampf

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Die 45.000 Zuschauer in der HSV-Arena und die 16,28 Millionen Zuschauer bei RTL erlebten einen lange Zeit spannenden Kampf, in dem Haye überraschend verhalten begann. „Wir dachten, er würde aggressiver kommen. Jedes Mal, wenn Wladimir ihn treffen wollte, war er weg“, sagte Klitschko-Trainer Emanuel Steward.

Haye überraschte durch seine Beweglichkeit im Oberköprer und wich geschickt aus. In der siebten Runde sah es für Klitschko schlecht aus, nachdem er wegen wiederholten Runterdrückens des Gegners einen Punktabzug bekam. Hinzu kam ein Cut an der Nase. Besser wurde die Lage für den Olympiasieger von 1996 in der elften Runde, als der „Hayemaker“ angezählt wurde. Am Ende lag Klitschko nach Punkten überraschend klar (117:109, 118:108, 116:110) vorn. „Ich bin angepisst, dass ich meine Chance nicht nutzen konnte. Wladimir hat seine Strategie voll durchgebracht, und ich musste mehr Treffer schlucken als gewohnt“, sagte der unterlegene Haye nach dem Kampf.

Altmeister George Foreman zeigte sich vom „Kampf des Jahres“ angetan: „Es war schwer für Haye. Da steht ein Kerl so groß wie ein Basketballer vor ihm. Er hat es ganz gut gemacht. Aber für mich ist Klitschko der unumstrittene Champion.“ Dass Haye schon vor dem Kampf seine berühmten Spielchen trieb und Klitschko zehn Minuten warten ließ, überraschte Foreman nicht. „Das gehört doch dazu.“ Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), kündigte indes an: „Das wird eine Strafe nach sich ziehen.“

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Nachdem Klitschko selbst seinen stärksten Gegner dermaßen demontiert hat, droht dem Schwergewichtsboxen Langeweile. „Es wird dauern, bis wieder ebenbürtige Gegner zu finden sind“, sagte der frühere Schwergewichtsboxer Luan Krasniqi. Noch am Abend machte das Gerücht die Runde, dass Witali Klitschko gegen Haye boxen soll. Der Brite hatte allerdings vor dem Kampf angekündigt, seine Profilaufbahn nach 27 Kämpfen (25 Siege) beenden zu wollen.

Witali selbst wollte sich nicht zu einem Kampf mit Haye äußern. Vielmehr brachte der WBC-Champion eine nicht ganz ernst gemeinte Idee ins Spiel. „Vielleicht fordere ich ja Manny Pacquiao oder Floyd Mayweather jr. heraus“, sagte er grinsend. Die Zwei gelten ungeachtet ihrer Gewichtsklassen als beste Boxer der Welt, sind aber nur 1,69 bzw. 1,73 Meter groß und hätten wohl selbst mit gesunden Zehen gegen den Zwei-Meter-Hünen keine Chance.

sid

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