Nach der Flucht: Jetzt spricht Haye!

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Der britische Boxer David Haye schlägt am frühen Sonntagmorgen (19.02.2012) seinen Landsmann Dereck Chisora (verdeckt, graues T-Shirt) während der Pressekonferenz nach dem Schwergewichts-WM-Kampf Klitschko gegen Chisora.

München - Der britische Skandal-Boxer David Haye hat Deutschland nach dem Eklat am Rande des WM-Kampfes zwischen Landsmann Dereck Chisora und Witali Klitschko am Samstag in München offenbar fluchtartig verlassen.

Das jedenfalls behauptet Haye in einem am Montag in britischen Medien veröffentlichten Statement.

„Im Lichte der Drohungen“, die Chisora „vor der Weltpresse“ während der Pressekonferenz ausgesprochen habe, sei es ihm und seinem Trainer Adam Booth „angemessener erschienen“, das Hotel, in dem auch Chisora und dessen Stab untergebracht waren, „so schnell wie möglich“ zu verlassen, teilte Haye mit. „Konsequenterweise“ habe man dann auch einen früheren Flug am Sonntagmorgen aus der bayerischen Landeshauptstadt genommen.

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Haye schrieb, dass er seit Samstag über die handfeste Auseinandersetzung mit Chisora nachgedacht und sich den Vorfall „mehrfach“ auf der Internetplattform youtube angeguckt habe. „Ich bin bitter enttäuscht, Teil dessen gewesen zu sein, was am Samstagnacht passiert ist“, erklärte Haye: „Ich bin kein Engel - und ich habe nichts gegen etwas professionellen Trash-Talk, um das Boxen interessanter zu machen, aber in meinen 21 Jahren im Boxsport war ich niemals beteiligt an einem oder wurde Zeuge eines solch ernsten Aufruhrs.“

Chisora und Haye, der als TV-Experte vor Ort war, hatten bei der Pressekonferenz für einen gewaltigen Skandal gesorgt. Die beiden Briten lieferten sich nach gegenseitigen Provokationen eine handfeste Schlägerei. Chisora wurde am Sonntag von der Münchner Polizei verhaftet und befragt, kehrte am späten Abend aber noch nach London zurück.

Haye kam der Befragung durch die Behörden durch seine Flucht zuvor, soll aber weiterhin befragt werden. „Wir wollen natürlich weiterhin mit Herrn Haye sprechen“, sagte Wolfgang Wenger von der Münchener Polizei zu Sky Sport News HD: „Es gibt natürlich Emittlungen gegen ihn. Wie man nun an ihn herankommt, ob in England oder bei uns, muss die Justiz entscheiden.“

SID

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