Das sagt HBL-Präsident Schwenker

Vor dem Allstar Game: Alle Augen auf Christian Prokop

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Wie lange bleibt Christian Prokop im Amt?

Christian Prokop ist vor dem Allstar Game der Bundesliga in aller Munde. Ob er nach dem EM-Debakel Bundestrainer bleibt, könnte schon bald geklärt werden.

Leipzig - Spaß-Event mit ernstem Vorspiel: Wenn die Nationalmannschaft erstmals nach dem EM-Debakel in Leipzig zum Allstar Game zusammenkommt, könnte es bereits eine Tendenz in der Frage geben, die ganz Handball-Deutschland beschäftigt: Bleibt oder geht der angeschlagene Bundestrainer Christian Prokop? Vor der Show-Veranstaltung am Freitagabend (39:43) tagte das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) im Pentahotel. Wichtiger Tagesordnungspunkt: Die Zukunft Prokops.

Uwe Schwenker: Es geht um „atmosphärische Störungen“

"Es wird in keinem Falle um die sportfachliche Kompetenz gehen, sondern um das, was es da an atmosphärischen Störungen gegeben hat", sagte Uwe Schwenker, Präsident der Handball Bundesliga (HBL), am Donnerstag dem SID. Er trägt bei der DHB-Sitzung die Haltung der Liga zum Thema Prokop vor. Die sei laut Schwenkers Angaben nach der Telefonkonferenz des HBL-Präsidiums am Mittwoch "komplex".

Prokop sagte bei Sky Sport News HD, er habe auf der Präsidiumssitzung vor dem All-Star-Game in Leipzig noch einmal klargemacht, „aus welchen Gründen ich den Vertrag unterschrieben habe und welche Schritte nötig sind, um die Mannschaft in der Weltspitze zu etablieren“. Weiter sagte er: „Ich möchte diese Aufgabe weitermachen. Allerdings liegt es nach diesem EM-Auftritt nicht mehr in meiner Hand.“

Nach dem Ausscheiden in der Hauptrunde der EM in Kroatien ist der Gegenwind für Prokop (39) erheblich. DHB-Vizepräsident Bob Hanning hatte zuvor eine umfangreiche Analyse in den nächsten vier bis sechs Wochen angekündigt.

Man werde sich nicht unter Druck setzen lassen

Auch Schwenker will sich nicht treiben lassen. "Ich würde das jetzt nicht an Tagen und Wochen festmachen wollen, sondern ich sage einfach: Gut geht vor, schnell", sagte Schwenker. Er werde sich "auch von niemandem unter Druck setzen lassen." Zuvor hatte jedoch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann in der Sport Bild gefordert, dass "eine Entscheidung über eine Weiterbeschäftigung von Christian Prokop deutlich eher" fallen müsse, als von Hanning veranschlagt.

Beim ersten Auftritt nach dem EM-Aus sind in Leipzig also alle Augen auf Prokop gerichtet. Wie reagiert er auf Fragen nach seiner Zukunft? Wie verhält er sich im Zusammenspiel mit der Mannschaft? Fast den kompletten EM-Kader hat er für das Spiel nominiert. Nur der verletzte Rückraumspieler Paul Drux sowie Kreisläufer Patrick Wiencek (private Gründe) fehlen. Stattdessen stehen Fabian Wiede (Füchse Berlin) und Marian Michalczik (GWD Minden) im Aufgebot. Im Duell mit einer internationalen Bundesliga-Auswahl steht das Verhältnis zwischen Mannschaft und Coach im Mittelpunkt.

Berichte über interne Unstimmigkeiten

Nach der EM war viel von internen Unstimmigkeiten berichtet worden. Dass Prokop Abwehrchef Finn Lemke zunächst nicht für die Titelkämpfe nominiert hatte, war dem Coach ebenso angelastet worden wie einige taktische Entscheidungen. Aus der Bundesliga hagelte es Kritik. Die Gerüchte um die Beteiligung der Liga an einer Abfindung im Falle einer Entlassung Prokops dementierte Schwenker jedoch.

"Es ist in keinster Weise auf Ligaebene darüber diskutiert worden. Das würde ja schon der zweite Schritt vor dem ersten sein", sagte der frühere Geschäftsführer des THW Kiel: "Das fände ich überaus unglücklich und unseriös." Prokop war 2017 für eine Ablöse von 500.000 Euro vom Bundesligisten SC DHfK Leipzig zum DHB gewechselt und hatte dort einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Er soll jährlich 220.000 Euro kassieren.

Verschiedene Kandidaten für Prokop-Nachfolge im Spiel

Für den Fall von Prokops Demission werden bereits verschiedene Namen als mögliche Prokop-Nachfolger gehandelt, darunter Ex-Damen-Bundestrainer Michael Biegler, Alfred Gislason vom THW Kiel und der frühere Hamburger Meistertrainer Martin Schwalb. Letzterer wollte sich zu den Gerüchten nicht näher äußern. "Wenn jemand im Amt ist, spekuliert man nicht", sagte Schwalb dem SID.

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SID

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