Für Handball-Laien

Handball-Regeln: Das Wichtigste vom Videobeweis bis zur Einwechslung

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Hier finden Sie die wichtigsten Handball-Regeln, mit denen auch ein Laie das Spiel schnell durchschaut.

Die zentralen Handball-Regeln sind überschaubar. Ein paar Dinge sollte man für das Verständnis aber wissen. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten.

Das Regelwerk des Handballsports ist komplex, doch mit ein paar grundlegenden Erklärungen und Begriffen, versteht auch der Handball-Neuling, worum es geht und wann Zeit zum Jubeln oder Ärgern ist. Wer zur Handball-Weltmeisterschaft 2019 ins Handballfieber einsteigen und die Spiele im TV oder Live-Stream verfolgen möchte, kann sich vorab ein paar Regeln merken. 

Handball-Regeln für die Spielerzahl und Einwechslungen

Auf dem Spielfeld stehen sich zwei Teams gegenüber. Ein Team besteht aus sechs Feldspielern und einem Torwart. In der Regel bekleidet ein Spieler immer dieselbe Position. Es gibt zwei Außen-, drei Rückraum- und einen Kreisspieler. Spieler dürfen während des Spiels jederzeit aus- und wieder eingewechselt werden. Der Trainer darf von der Seitenlinie, wo auch die Ersatzspieler sitzen, agieren und Anweisungen geben. 

Bedeutung der Linien auf dem Handballfeld

Die Seitenlinien begrenzen das Feld. Die durchgängige halbkreisförmige Linie ist der Torraum, der "Kreis", den nur der Torhüter betreten darf. Die gestrichelte Linie befindet sich neun Meter entfernt vom Tor. Von dort aus werden Freiwürfe ausgeführt. Zwischen diesen beiden Linien befindet sich der Siebenmeter-Punkt, von dem aus Strafwürfe ausgeführt werden. In der Mitte des Feldes befindet sich der Anwurfpunkt.

Wie viele Schritte erlauben die Handball-Regeln?

Ein Spieler darf den Ball maximal drei Sekunden in der Hand halten, danach muss er an einen Mitspieler gepasst werden oder ein Torabschluss erfolgen. Drei Schritte kann der Spieler mit dem Ball machen, es sei denn er tippt ihn durchgängig auf den Boden, dann kann er sich ohne Beschränkung fortbewegen. Verstößt ein Spieler gegen die Schrittregeln, pfeift der Schiedsrichter einen Freiwurf für den Gegner.

Wie lange dauert ein Handballspiel? Wann gibt es Verlängerung?

Ein Spiel besteht aus zwei Halbzeiten zu je 30 Minuten. Dazwischen gibt es eine Halbzeitpause. Gibt es Verletzungspausen oder andere Unterbrechungen, wird die Zeit angehalten. Eine Nachspielzeit gibt es nicht. Steht es in den K.O.-Spielen nach Ablauf der Spielzeit Unentschieden, gibt es zwei mal fünf Minuten Verlängerung. Gibt es auch nach der Verlängerung noch einen Gleichstand, wird die Partie durch Siebenmeterwerfen entschieden.

Welche Strafen gibt es in den Handball-Regeln?

Bei Regelverstößen oder Fouls können die Schiedsrichter Karten oder Zeitstrafen verteilen. Ein Spieler kann mit einer Gelben Karte verwarnt, durch eine Zwei-Minuten-Strafe für zwei Minuten vom Platz gestellt oder mit einer Roten Karte sogar vom Spiel ausgeschlossen werden.

Was wurde zuletzt an den Handball-Regeln geändert?

Mitte 2016 führte der Weltverband IHF einige neue Regeln ein. Darunter die Blaue Karte, die im Anschluss an eine Rote Karte gezeigt wird, falls über den bestraften Spieler ein Bericht angefertigt wird. In Sachen passives Spiel hat sich ebenfalls etwas verändert: Nach dem Handzeichen des Schiedsrichters hat das angreifende Team nur noch sechs Pässe, um den Angriff abzuschließen. Schaffen die Spieler das nicht, gibt es Freiwurf für den Gegner.

Bleibt ein Spieler nach einem (vermeintlichen) Foul am Boden liegen und lässt sich medizinisch auf dem Feld behandeln, muss er danach drei Angriffe aussetzen. Damit will man Schwalben und Schauspielerei entgegenwirken. Ausnahme: Der Gegenspieler wird mit Gelb oder Zeitstrafe bestraft. Um spielentscheidende "Notbremsen" zu vermeiden, werden grobe Fouls, die ab 30 Sekunden vor Schlusspfiff passieren, unabhängig von der Position auf dem Feld, mit der Roten Karte und einem Siebenmeter geahndet.

Handball-Regel zum siebten Feldspieler wird inzwischen gerne genutzt

Besondersheiß diskutiert wurde die neue Regel des sogenannten Siebten Feldspielers. Sie besagt, dass ein Team seinen Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz nehmen darf. Neu daran ist die Tatsache, dass der Siebte Feldspieler ohne Kennzeichnung, sprich ohne Torwart-Leibchen, auf das Feld darf. Das wiederum bedeutet, dass kein Spieler den Torraum als Ersatztorhüter betreten darf.

Seitdem dieses taktische Mittel regelmäßig angewendet wird, tragen sich immer häufiger auch Torhüter in die Torschützenlisten ein. Ist das Tor des gegnerischen Teams verwaist, wagen viele Schlussmänner den Torabschluss mit einem Wurf über das gesamte Spielfeld. Das sind 40 Meter Distanz von Tor zu Tor.  

Wie ist in den Handball-Regeln der Videobeweis umgesetzt?

Auch beim Handball gibt es die Möglichkeit zum Videobeweis. Schiedsrichter nutzen das technische Hilfsmittel, um zu überprüfen, ob ein Ball hinter der Torlinie war, die Spielzeit bereits vor einem Torwurf abgelaufen war oder um nachträglich grobe Fouls zu ahnden. Bemüht wird der Videobeweis eher selten. Bei der Europameisterschaft 2018 rettete eine Videoentscheidung aber ausgerechnet der deutschen Mannschaft einen Punkt

Auch interessant: So können Sie die Spiele der Handball-WM 2019 live im TV oder im Live-Stream verfolgen.

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