DHB-Auswahl scheiert im Viertelfinale

Spanien stoppt deutschen Höhenflug

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Spaniens Daniel Sarmiento Melian (re.) blockt Steffen Weinhold vom DHB-Team. Spanien stoppte den Höhenflug der deutschen Handballer.

Saragossa - Heimreise statt Halbfinale: Der Höhenflug der deutschen Handballer ist von Gastgeber Spanien im WM-Viertelfinale unsanft gestoppt worden. Das DHB-Team schließt das Turnier auf Platz 5 ab.

Die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger unterlag dem Favoriten im Hexenkessel von Saragossa mit 24:28 (14:12) und verpasste trotz langer Zeit starker Leistung die erste Medaille seit dem WM-Triumph 2007. Mit fünf Siegen aus sieben Spielen und dem Vorstoß unter die Top 8 der Welt kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Donnerstag aber erhobenen Hauptes den Rückflug antreten.

„Wir sind ausgeschieden, das müssen wir erst einmal sortieren. Wir haben eine grandiose WM gespielt und hatten auch heute unsere Chance. Wir haben auf der Platte Gas gegeben“, sagte Dominik Klein.

Die deutschen Handballer haben die WM in Spanien als Fünfte beendet. Das teilte der Weltverband IHF am Donnerstag mit. „Das Gesamtergebnis dieses Turniers ist absolut positiv. Wir haben mit dieser WM die Leute wieder für uns begeistert“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger unmittelbar vor der Abreise der Mannschaft aus Saragossa.

Die Platzierungen nach Abschluss der Viertelfinals wurden nach folgenden Kriterien errechnet: Anzahl der Punkte aus den Vorrundenspielen gegen die Teams auf den Gruppenrängen eins bis vier, bei Punktgleichheit entschied die Tordifferenz. Sollte auch diese gleich gewesen sein, gab die Zahl der geworfenen Tore den Ausschlag.

So wurde der ausgeschiedene Titelverteidiger Frankreich durch die Vorrunden-Niederlage gegen Deutschland Sechster. Dahinter folgen Russland, Ungarn, Polen und der EM-Zweite Serbien. Bestes nichteuropäisches Team ist Afrikameister Tunesien als Elfter.

Vor 10.801 teils fanatischen Zuschauern im ausverkauften Pabelon Principe Felipe verhinderte auch der Berliner Sven-Sören Christophersen mit sechs Treffern als bester deutscher Werfer die zweite Turnierniederlage nicht. Die Spanier nahmen damit verspätet Revanche für das Viertelfinal-Aus gegen die DHB-Auswahl bei der WM 2007 in Deutschland. Der Weltmeister von 2005 trifft am Freitag in Barcelona im Halbfinale auf Slowenien.

Mit einem besonderen Motivationsvideo hatten diverse Größen des deutschen Sports den EM-Siebten auf die Herkulesaufgabe gegen die stolzen Spanier eingestimmt. In einem Kurzfilm mit dem Titel „Auswärtssieg“ wünschte unter anderem Bundestrainer Joachim Löw Glück und Erfolg.

Die Grußbotschaft aus der Heimat konnte das deutsche Team auch gut gebrauchen. Jeder deutsche Angriff wurde von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Doch der Außenseiter blieb cool, ließ sich auch von drei vergebenen Großchancen des Kieler Linksaußen Klein in der Anfangsphase nicht aus dem Konzept bringen.

In der Abwehr rührte der Mittelblock um Kapitän Oliver Roggisch und Michael Haaß wieder Beton an, dahinter zeigte Torhüter Silvio Heinevetter erneut eine bärenstarke Leistung. Dem spanischen Rückraum fiel im ersten Durchgang nicht viel ein, um das deutsche Abwehrbollwerk zu knacken.

Die DHB-Auswahl spielte im Angriff erneut variantenreich und mit viel Bewegung. Als der Göppinger Spielmacher Haaß zwei Treffer zur 7:5-Führung warf, hatte der spanische Weltklasse-Keeper Arpad Sterbik erst einmal genug und machte für Jose Manuel Sierra Platz .

Der EM-Vierte Spanien kam nach dem Torwartwechsel kurzzeitig besser ins Spiel und ging in der 18. Minute in Führung (8:7). Heuberger reagierte sofort und mahnte sein Team in der von ihm genommenen Auszeit zu „mehr Ruhe“ an - mit Erfolg. Mit einer konzentrierten Leistung ohne größere Fehler zog das deutsche Team zur Halbzeit wieder in Front. Besonders sehenswert: Der Treffer von Klein zum 14:12 aus eigentlich unmöglichem Winkel.

„Wir haben gesagt, dass wir uns von der Kulisse nicht beeindrucken lassen. Wir spielen sehr clever. Wenn wir so weiterspielen, möchte ich mal sehen, was hier noch passiert“, sagte Roggisch in der Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel kam jedoch zunächst ein kleiner Bruch ins deutsche Spiel. In doppelter Unterzahl vergab Klein zunächst die mögliche Drei-Tore-Führung, dann nutzten die Spanier die Überzahlsituation mit ihren gefürchteten Tempogegenstößen zu ihrem ersten Vorsprung mit zwei Treffern (17:15/34. Minute).

Die DHB-Auswahl blieb aber dran, kämpfte verbissen gegen Gegner und Zuschauer. Rechtsaußen Patrick Groetzki vergab mit einem versuchten Trickwurf aber leichtfertig den Ausgleich (39.), dieser gelang Christophersen eine Minute später per Siebenmeter zum 18:18. Die Partie entwickelte sich zu einer Nervenschlacht. Die Entscheidung fiel, als sich die Gastgeber vom 21:21 (47.) auf 26:21 (55.) absetzten. Die deutsche Offensive biss sich in der hektischen Schlussphase an der spanischen Abwehr und Torhüter Sierra die Zähne aus.

SID

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