Handball-Idol Wunderlich beigesetzt

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Deutschlands Jahrhundert-Handballer Erhard Wunderlich wurde in Augsburg beigesetzt.

Augsburg - Handball-Ikone Erhard Wunderlich ist am Mittwoch in seinem Geburtsort Augsburg beigesetzt worden. Die Trauerfeier hielt der ehemalige Bundestrainer Vlado Stenzel.

Zu den Trauergästen gehörten neben der Familie auch viele ehemalige Weggefährten des deutschen Jahrhundert-Handballers. Der 140-malige Nationalspieler war am vergangenen Donnerstag in Köln im Alter von 55 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.

Der frühere Bundestrainer Vlado Stenzel wandte sich in einer persönlichen Rede an seinen verstorbenen Freund. „Dein Wille war riesengroß. Du hattest das perfekte Spiel und hast immer Verantwortung übernommen“, sagte Stenzel, unter dem Wunderlich mit dem sensationellen WM-Titel 1978 in Dänemark den Höhepunkt seiner einzigartigen Karriere erlebt hatte. „Du hast der Welt die Perfektion unserer Sportart gezeigt und dem Handball große Impulse gegeben. Du kannst stolz darauf sein, wie viele Menschen heute gekommen sind. Das zeigt wie wertvoll du als Spieler und Mensch warst.“ 

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

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Knapp 200 Menschen kamen am Mittwochnachmittag in die Kapelle des Augsburger Westfriedhofs, um Abschied zu nehmen. Unter ihnen auch viele Prominente wie Deutschlands Eishockey-Idol Erich Kühnhackl, der ehemalige Speerwurf-Olympiasieger Klaus Wolfermann und kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh.

Wunderlich gehörte zu den besten Handballern der Welt. In den Jahren 1981 und 1982 wurde er in Deutschland zum Handballer des Jahres und 1999 schließlich zum Handballer des Jahrhunderts gewählt. 1978, 1983 und 1984 erhielt er die höchste sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, das „Silberne Lorbeerblatt“.

Seine größten Erfolge auf Vereinsebene feierte Wunderlich beim VfL Gummersbach, für den er zwischen 1976 bis 1983 aktiv war. Er gewann mit den Blau-Weißen alle internationalen und nationalen Titel. Wunderlich krönte seine Titelsammlung mit den Oberbergischen 1983 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister und der Europameisterschaft der Vereinsmannschaften.

„Sein Tod ist ein Riesenverlust“, hatte DHB-Präsident und Gummersbachs einstiger Klubchef Ulrich Strombach gesagt: „Sepp hatte eine unglaubliche Wertigkeit für unseren Sport und hat für einen sensationellen Aufschwung im Handball gesorgt. Er war das Aushängegschild - in Gummersbach und der Nationalmannschaft. Er war einfach ein genialer Spieler.“

Zugleich betonte Strombach aber auch Wunderlichs menschliche Qualitäten: „Ein unglaublich sympathischer Junge, kaum ein Spieler hatte so viele Freunde wie er.“ Wunderlich hinterlässt seine zweite Ehefrau Pia sowie zwei Kinder aus erster Ehe.

SID

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