Greis: "Können weit vorn landen"

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Ruhpolding - Die Sehnsucht nach der ersten WM-Medaille der deutschen Biathlon-Männer ist groß. Beim Staffelrennen am Freitag soll es endlich so weit sein. Davon sind Arnd Peiffer und Co. überzeugt.

Michael Greis lächelte zufrieden und lehnte sich entspannt in seinem Stuhl zurück. „Ich freue mich riesig über das Vertrauen der Trainer, ich hatte mit so vielen Starts bei der WM gar nicht mehr gerechnet“, sagte der Dreifach-Olympiasieger nach seiner Nominierung für die deutsche Männerstaffel bei der Biathlon-WM in Ruhpolding. Der 35-Jährige aus Nesselwang sprang zwar als Letzter der deutschen Skijäger ohne Norm auf den WM-Zug auf, kommt nun aber bereits zum vierten Mal zum Einsatz.

Greis, der die Saison nach vielen Rückschlägen eigentlich schon abgeschrieben hatte, wurde von Trainer Mark Kirchner ebenso für die 4x7,5 km nominiert wie Startläufer Simon Schempp (Uhingen), der dreifache Saisonsieger Andreas Birnbacher (Schleching) auf Position zwei und Ex-Sprintweltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) als Schlussläufer.

„Die Entscheidung war für die Trainer nicht einfach, aber ich denke, dass wir bestmöglich aufgestellt sind“, sagte Greis, der sich in den WM-Rennen vor seiner Haustür in starker Form präsentierte, und äußerte gleich noch einen Wunsch: „Wir sollten alle mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit an die Sache gehen, denn können wir weit vorn landen.“

Während Greis („Die Knochen sind nicht müde, ich fühle mich ganz gut“) sich eher zurückhaltend über die Zielsetzung äußert, sind seine Teamkollegen vor dem Rennen am Freitag (15.15 Uhr/ARD und Eurosport) deutlich angriffslustiger. „Das Einzelrennen ist abgehakt. Wir sind jetzt umso motivierter, unsere Medaille zu holen, und werden alles dafür geben“, sagte Peiffer.

Im Klassiker über 20 km hatten Peiffer, Birnbacher und Greis mit Fehlern im letzten Stehendschießen die Möglichkeit auf den Weltmeistertitel oder einen Podestplatz vergeben. Am Ende stand zwar das gute Gesamtergebnis mit den Plätzen vier, sieben und elf - aber eben noch immer keine Medaille. „Es ist halt saueng bei uns, es muss einfach immer alles passen. Wenn man aber sieht, dass drei Leute vorn reinlaufen können, dann zeigt es, dass die Mannschaft es drauf hat“, sagte Peiffer voller Selbstbewusstsein.

Mit nur 0,8 Sekunden Rückstand auf Bronze war Birnbacher am Dienstag ganz knapp an seinem großen Ziel gescheitert. „Die Enttäuschung war schon kurz da, trotzdem war die Leistung gut“, sagte der 30-Jährige aus Schleching

Bei den letzten Titelkämpfen im russischen Chanty-Mansijsk hatte das deutsche Quartett im Vorjahr über die 4x7,5 km nach zwischenzeitlicher Führung den Sieg noch aus der Hand gegeben und war am Ende auf dem enttäuschenden siebten Rang gelandet. Ausgerechnet Routinier Greis patzte als Schlussläufer beim Liegendschießen und musste trotz dreier Nachlader dreimal in die Strafrunde.

Auch in diesem Weltcup-Winter lief es für die DSV-Skijäger eher durchwachsen. Nur in Antholz schaffte es die Staffel in der Besetzung Michael Rösch, Andreas Birnbacher, Florian Graf und Arnd Peiffer mit Platz zwei aufs Podest. In Hochfilzen auf Rang sechs und beim Heimrennen in Oberhof auf dem vierten Platz waren die Ergebnisse weniger zufriedenstellend, eine feste Formation hat sich noch nich eingespielt. „Das perfekte Rennen war bisher noch nicht dabei“, sagte Birnbacher. Vielleicht haben sie es sich für den Saisonhöhepunkt aufgehoben.

Und für Greis wird es nicht der letzte Start in Ruhpolding sein. Mit seinem elften Platz im Einzel, als der ehemalige Gesamtweltcupgewinner sogar zwischenzeitlich auf Goldkurs lag, hatte er sich auch für den abschließenden Massenstart am Sonntag  qualifiziert.

sid

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