Greipel: Stark dank Siebergs "Kartentrick"?

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Andre Greipel in Jubelpose

Metz - Andre Greipel ist der Top-Sprinter der 99. Tour de France. Der Rostocker hält seinen großen Rivalen Mark Cavendish in Schach. Dabei setzt Greipel vor allem auf die Unterstützung von Marcel Sieberg.

Etwas Magisches umgibt Andre Greipel in diesen Tagen. Mit verblüffender Leichtigkeit ist der Rostocker bei der 99. Tour de France zu zwei Etappensiegen in Folge gesprintet und hat dabei auch seinen britschen Rivalen Mark Cavendish entzaubert. Die Antrittsschnelligkeit, die schiere Kraft seines bulligen Körpers und die famose Unterstützung seines Teams machen ihn zum momentan stärksten Sprinter.

Vielleicht ist es aber auch der „Kartentrick“ seines Teamkollgen Marcel Sieberg, der auf geheimnisvolle Art und Weise entscheidend zur Erfolgsgeschichte Greipels beiträgt. „Ein Zauberkünstler hat mir am Dienstag im Fahrerlager eine Spielkarte in die Hand gedrückt. Ich habe sie wieder eingepackt, und es hat wieder geklappt“, sagte Sieberg nach Greipels zweitem Tagessieg am Donnerstag in Saint-Quentin. Eine zerknitterte „Kreuz 6“ trägt Sieberg seit Mittwoch im Rennen in seiner Trikottasche. Für Greipel offensichtlich ein gutes Omen.

Doch nicht nur der ungewöhnliche Glücksbringer macht Sieberg so wertvoll, so unverzichtbar für Greipel. Der 30-Jährige, seit 2007 stets im gleichen Team und eng mit ihm befreundet, ist ein wichtiger Faktor im System von Deutschlands Top-Sprinter. Kein anderer Fahrer hat sich in den vergangenen Jahren so in den Dienst Greipels gestellt und eigene Ambitionen dabei so bereitwillig außer Acht gelassen. Für Sieberg zählt nur eines: der Erfolg Greipels. Eine bewusst gewählte Rolle, durch die Sieberg jedoch große Aufmerksamkeit und öffentliche Anerkennung oft verwehrt werden.

Nicht jedoch bei Greipel. „Er ist einer der besten und schnellsten Anfahrer, die man sich vorstellen“, sagte der 29-Jährige. Wie dankbar er seinem treuen Weggefährten Sieberg ist, lässt sich nach Greipels Triumphen beobachten. Am Donnerstag etwa herzte Greipel in Saint-Quentin wie gewohnt noch auf der Straße jeden Teamkollegen einzeln. Kein anderer wurde jedoch so innig umarmt, wie Edelhelfer Sieberg.

„Sibi wird von Tag zu Tag anhänglicher! Ich glaube, er hat Endorphine“, kommentierte Greipel die Szene auf einer virtuellen Postkarte, die er während der Tour täglich auf seine Homepage stellt.

Für einen kräftigen Schub an Glückshormonen soll es nach dem Wunsch des Duos auch bei den Olympischen Spielen in London kommen. Im Straßenrennen am 28. Juli steht Sieberg seinem Kompagnon erneut mit tatkräftiger Unterstützung zur Seite. Auch die „Kreuz 6“ wird er vermutlich dort in seiner Trikottasche tragen. Schließlich soll es auch in der britischen Hauptstadt einen magischen Moment für Greipel geben.

sid

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