Während der Gewitterpause

Golfer Siem: Wer hat meinen Putter verbogen?

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Golf-Star Marcel Siem

Ardmore/Köln - Holprig sind die deutschen Golfprofis Marcel Siem und Martin Kaymer in die US Open gestartet. Allerdings wurde Siem in der Gewitterpause offenbar der Putter verbogen.

Nach seinem holprigen Start in die 113. US Open in Ardmore/Pennsylvania begab sich Golfprofi Marcel Siem auf Tätersuche. Der 32-Jährige hatte gerade seine wegen Gewitters für dreieinhalb Stunden unterbrochene Auftaktrunde mit einer 73 beendet, da berichtete er, dass sein Putter manipuliert worden sei. „Irgendjemand oder irgendwas hat meinen Putter während der Unterbrechung verbogen“, sagte Siem dem Internetportal golf.de, „wir können uns nicht erklären, wie das passieren konnte“.

„Er hat es sofort gemerkt, aber während der Runde konnte er nichts mehr machen“, sagte Vater Hans Siem dem SID, „durch die Veränderung waren Tempo und Lauf des Balles anders.“ Siems Golftasche stand während der Pause im Umkleideraum der Spieler.

Ordnungsgemäß erstattete Marcel Siem nach der Runde wegen der Veränderung an seiner Ausrüstung bei der Turnierleitung Selbstanzeige. „Da es jemand anderes verändert hat, war es okay, dass ich die Runde zu Ende gespielt habe“, erklärte Marcel Siem, dem ansonsten sogar eine Disqualifikation gedroht hätte.

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Mit drei Schlägen über Par belegte Siem am Ende der Runde am Freitagmittag Ortszeit wie US-Superstar Tiger Woods Platz 43. Spitzenreiter war dessen Landsmann Phil Mickelson mit einer 67 undeinem Schlag Vorsprung vor dem Engländer Luke Donald und dem Australier Matthew Goggin.

Schlimmer als Siem erwischte es dessen rheinischen Kollegen Martin Kaymer. Der ehemalige Weltranglistenerste aus Mettmann, der seine Runde nach 13 Löchern bei drei über Par wegen Dunkelheit beendet hatte, kassierte bei der Wiederaufnahme am Freitagmorgen drei weitere Schlagverluste durch ein Doppel-Bogey an der 17 und ein Bogey am Schlussloch.

Dies bedeutete nur Platz 102 und das Bangen um den Cut nach zwei Runden. Kaymer haderte entsprechend mit seinem Spiel: „Das ist bitter, die schwierigen Löcher spiele ich Par, und dann mache ich die Fehler mit den Wedges.“

Marcel Siem lieferte der Blick auf seinen Putter auch den Grund für seine Schwäche auf den Grüns. Beste Chancen konnte er nicht nutzen, immer wieder schimpfte er wie ein Rohrspatz. Dabei war Siem eigentlich mit seinem Spiel zufrieden. „Ich habe nur zwei Fairways verfehlt und echt gut gespielt. Wenn ich die Leistung bestätige, wird es eine gute Woche“, sagte Siem, der seinen Schläger anschließend wieder richten ließ.

Nach drei Bogeys gelang ihm an der 10 ein Eagle. Sein Abschlag am knapp 290 m langen Par-4-Loch landete auf dem Grün, und endlich fand der kleine weiße Ball auch mal direkt den Weg ins Loch. Als Elfter hatte Siem plötzlich sogar die Top 10 auf dem Leaderboard im Visier, doch ein Doppel-Bogey an der 16 warf ihn zurück.

Siem hatte sich seit Samstag mit Trainer Günter Kessler auf seine zweite US Open nach 2011 vorbereitet. Dass es auch ohne Training gut laufen kann, bewies Publikumsliebling Phil Mickelson. Der dreimalige US-Masterssieger war am Montag angereist, nahm das schlechte Wetter aber zum Anlass, am Dienstag vom Osten zurück an die US-Westküste nach Kalifornien zu fliegen. Dort nahm er an der Schulabschlussfeier seiner Tochter Amanda teil.

Erst um 4.15 Uhr am Donnerstagmorgen landete Mickelson wieder in Philadelphia, um 7.11 Uhr hatte er im Vorort Ardmore seinen ersten Abschlag. „Ich habe im Flugzeug ein paar Stunden geschlafen. Das mache ich öfter im Jahr. Das ist nichts Ungewöhnliches. Ich fühle mich großartig“, sagte Mickelson. Und so spielte er auch.

Der Weltranglistenerste Tiger Woods (USA) hatte dagegen wegen Problemen mit dem linken Handgelenk nach einem Schlag aus dem hohen Rough auch Schwierigkeiten mit dem Kurs. Seine Berg-und-Tal-Fahrt erbrachte sechs Bogeys und drei Birdies. Der viermalige Turniergewinner hat den bis dato letzten seiner 14 Major-Triumphe 2008 bei der US Open gefeiert. Zumindest gab Woods am Freitag bezüglich des Handgelenks Entwarnung: „Es ist alles in Ordnung.“

sid

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