Kaymer und Langer im Mittelfeld

Adam Scott gewinnt Masters

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Adam Scott hat die US Masters in Augusta gewonnen.

Augusta - Er träumte vom Sieg bei den US Masters, doch am Ende jubelte ein anderer: Für Bernhard Langer reichte es in Augusta nur fürs Mittelfeld, Sieger war der Australier Adam Scott.

Bei seiner traumhaften Birdie-Serie zum Auftakt zeigte Bernhard Langer angriffslustig die Faust, dann wurde sein Gesicht immer länger. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle fiel der Altmeister beim 77. US Masters in Augusta auf der Schlussrunde aus den Top 10 heraus und landete auf dem 25. Platz. „Ich hatte mir mehr erhofft, ich bin hierhin gekommen, um zu gewinnen“, sagte der Anhausener nach seiner abschließenden 76er-Runde.

Durch Birdies an den ersten drei Löchern und tolle Putts durfte Langer als Vierter mit nur zwei Schlägen Rückstand von seinem dritten Masters-Triumph nach 1985 und 1993 träumen. Doch mit zwei knappen Par-Putts an der 4 und 5 hatte der Schwabe sein Glück für den Tag verbraucht. Und spätestens nach den Doppel-Bogeys an der 12 und 13 war die Chance endgültig dahin, mit 55 Jahren ältester Masterssieger der Geschichte zu werden. Mit 290 Schlägen war Langer aber immerhin noch einen Schlag besser als sein „Kronprinz“ Martin Kaymer (35.).

Für eine Premiere sorgte in Augusta ein anderer: Als erster Australier holte sich Adam Scott den Sieg. In einem dramatischen Finale setzte sich der 32-Jährige im strömenden Regen nach 279 Schlägen im Stechen am zweiten Extra-Loch gegen 2009er-Sieger Angel Cabrera (Argentinien) durch. Für Scott war es der erste Major-Sieg seiner Karriere. Wenige Minuten nach dem entscheidenden Birdie an der 10 aus etwa fünf Metern half der entthronte Titelverteidiger Bubba Watson (USA) dem frisch gebackenen Champion ins legendäre grüne Jackett. Zudem erhielt Scott einen Scheck über rund 1,44 Millionen Dollar (rund 1,1 Millionen Euro) und kletterte in der Weltrangliste von sieben auf drei.

„Es ist einfach unbeschreiblich. Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist. Australien ist eine sehr stolze Sportnation, aber wir hatten dieses Turnier bislang noch nicht gewonnen. Ich widme diesen Sieg auch ein bisschen Greg Norman“, sagte Scott. Der Australier Norman gehörte vor allem in den 80er und 90er Jahren zu den Großen des Sports und führte in dieser Zeit 331 Wochen lang die Weltrangliste an. In Augusta hatte Norman dreimal den zweiten Platz belegt. Dabei gab er 1996 einen Vorsprung von sechs Schlägen auf einer denkwürdigen Schlussrunde noch aus der Hand und musste den Sieg Nick Faldo (England) überlassen.

Während Faldo seine Karriere längst beendet hat, begeistert sein einstiger Rivale Bernhard Langer immer noch auf den Fairways und Grüns. So auch beim 77. Masters. Bei seinem 30. Auftritt in Augusta spielte der Schwabe furios. Auch Dirk Nowitzki fieberte mit dem Routinier mit. „Auf geht“s, Bernhard Langer!!„, feuerte der Basketball-Superstar seinen Landsmann via Twitter an.

Aber auch die prominente Unterstützung half nicht: Langer verlor den Faden, leistete sich in der Folgezeit zahlreiche Schlagverluste, lag am Ende aber noch knapp vor Kaymer, der sich mit einem glänzenden Schlussakt aus Georgia verabschiedete. Der frühere Weltranglistenerste, der auf den schnellen Grüns seine lieben Probleme hatte, spielte auf den letzten fünf Löchern Birdies. `Die Grüns waren heute sehr langsam und weich. Da habe ich endlich mal ein paar Putts gelocht“, sagte Kaymer golf.de.

Und so war Kaymer, der im vergangenen Jahr bei seinem fünften Masters-Start erstmals den Cut geschafft hatte, mehr als zufrieden. „Das waren die besten 18 Löcher, die ich hier bisher gespielt habe“, schwärmte er. Erst zum zweiten Mal seit der Auftaktrunde 2009 (71) blieb Kaymer mit 70 Schlägen unter dem Platzstandard (Par 72). „Insgesamt bin ich schon zufrieden. Das war wieder eine super Woche“, sagte der Rheinländer, der ab Donnerstag in Hilton Head Island/South Carolina abschlägt.

Mit gemischten Gefühlen kamen die beiden Topstars ins Klubhaus. Der Weltranglistenzweite Rory McIlroy (Nordirland) rettete sich dank einer 69 zum Abschluss noch auf Platz 25. Damit war er aber ebenso wenig zufrieden wie Tiger Woods (USA). Der Branchenprimus wollte als Siebter vor der Schlussrunde angreifen, doch die Löcher schienen wie vernagelt. Am Ende stand für den viermaligen Gewinner Platz vier. Auf seinen 15. Major-Titel muss der Kalifornier weiter warten - auch wegen Scott.

sid

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