Goldhoffnung Müller im Finale - Kenia klasse

+
Die deutsche Goldhoffnung Nadine Müller hat zum Auftakt der Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu in der Diskus-Qualifikation groß aufgetrumpft.

Daegu - Kenias Läuferinnen waren der Renner am ersten Tag der Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Sie eroberten alle Medaillen im Marathon und über 10.000 Meter. Nadine Müller zeigte sich indes stark.

Kenias Langstrecklerinnen haben bei der 13. Leichtathletik-WM gleich zum Auftakt Sportgeschichte geschrieben und sämtliche sechs Medaillen des ersten Tages gewonnen. Am Tag, als Usain Bolt die 100-m-Konkurrenz im Vorlauf stehen ließ, trugen Edna Kipglagat im Marathon und Vivian Cheruiyot im 10.000-m-Lauf jenes Gold am Hals, das Diskuswerferin Nadine Müller am Sonntag vor Augen hat. Die bei der EM 2010 noch an ihren Nerven gescheiterte 25-Jährige aus Halle/Saale beherrschte die Diskus-Konkurrenz mit 65,54 m in der Qualifikation. Gute Finalchancen sehen am Montag auch Stabhochspringer Malte Mohr und Hammerwerfer Markus Esser.

„Ich bin sehr zufrieden, es lief wie geplant“, sagte die 1,93 m große Nadine Müller: „Die 65 Meter machen mich zuversichtlich, das sollte im Finale mindestens für die ersten Sechs reichen“, meinte die nervlich gegenüber dem EM-Fehlschlag vom Vorjahr deutlich stärker erscheinende WM-Sechste von 2009. Auch der in Daegu nun vom Münchener Teamkameraden Tim Lobinger betreute Malte Mohr war sehr zufrieden: „Die Anlage liegt mir. Im Finale sollten 5,80 Meter und eine Medaille drin sein“, meinte der selbsternannte Goldkandidat nach erfüllter Qualifikation (5,65). Markus Esser (Leverkusen) hofft nach drittbester Qualifikationweite (77,60) ebenfalls auf Edelmetall.

Am Tag vor dem 100-m-Finale zerstreute Usain Bolt die Zweifel an seiner Form, als er im Vorlauf bereits auf halber Strecke das Tempo herausnahm und trotz 0,7 m Gegenwind in 10,10 überlegen vor dem zurückgekehrten britischen Dopingsünder Dwain Chambers (10,28) siegte. „Großes Rennen, große Leistung, großartiges Stadion“, meinte der Dreifach-Weltrekordler, -Olympiasieger und -Weltrekordler, der die vier schnellsten Rivalen wegen Verletzung (Tyson Gay, Asafa Powell) und positiver Dopingprobe (Steve Mullings, Mike Roders) verloren hatte.

Nach Kenias Dreifach-Erfolg im Marathon enteilten über 10.000 m gleich vier Frauen aus dem ostafrikanischen Läuferland der Konkurrenz. Vivian Cheruiyot siegte in 30:48,98 Minuten vor Sally Kipyego in 30:50,04 und Titelverteidigerin Linet Masai in 30:52,59. Beim Marathon zehn Stunden zuvor hatte Edna Kiplagat in 2:28:43 Stunden die erste von 47 Goldmedaillen der WM geholt und zusammen mit Prisca Jeptoo und Sharon Cherop den ersten Dreifach-Erfolg im Frauen-Marathon gefeiert. Überlegen gewannen sie den gleichzeitig ausgetragenen Marathon-Weltcup.

„Ich feiere das Gold jetzt beim Shoppen“, kündigte Polizistin Kiplagat an. Doch die WM-Prämie von 60.000 Dollar will die 31-Jährige nicht komplett auf den Kopf hauen. Große Börse hatte sie bereits 2010 bei ihrem Sieg in New York und auch dieses Jahr bei Rang drei in London gemacht. Das Preisgeld bei den Herbstmarathons hatte Irina Mikitenko (Gelnhausen) und Sabrina Mockenhaupt (Siegen) davon abgehalten, angesichts der hohen Luftfeuchtigkeit in Daegu zu starten. Beide wollen aber 2012 bei Olympia in London dabei sein.

Kenias Läuferinnen-Streitmacht ließ der Konkurrenz aus Äthiopien keine Chance. Im Marathon blieb Bezunesh Bekele nur Rang vier, über 10.000 m Meselech Melkamu lediglich Platz fünf, denn als Vierte komplettierte Priscah Cherono den Triumphzug ihres Landes. Die Ehre der Europäerinnen retteten die Schwedin Isabellah Andersson als Siebte im Marathon und Ana Dulce Felix (Portugal) als Achte über 10. 000 m.

Im deutschen Team überzeugten zum Auftakt auch U20-Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Frankfurt), die mit deutschem Jugendrekord von 9:35,83 Minuten das Finale über 3000 m Hindernis am Montag erreichte, und zumindest ein Zehnkämpfer. Jan Felix Knobel geht nach drei Bestleistungen mit 7,30 m im Weitsprung, 16,06 m im Kugelstoßen 1,96 m im Hochsprumg als Zehnter mit 4169 Punkten in den zweiten Tag, sein Frankfurter Klubkamerad Pascal Behrenbruch nur als 22. (4021). Zum Aus kam bei Rico Freimuth (Halle/Saale) nach drei ungültigen Weitsprüngen auch noch eine Knieverletzung hinzu.

Das Aus im Weitsprung kam auch für Bianca Kappler (Rehlingen/6, 48) und Sosthene Moguenara (Wattenscheid) mit blamablen 6,02 m. Auf der Strecke blieben mit schwachen Leistungen die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/5,50) und der zuletzt noch ins Team gerückte Karsten Dilla (Uerdingen-Dormagen/5,35). Über 3000 m Hindernis scheiterte als enttäuschende Vorlauf-Neunte in 9:59,53 Jana Sussmann (LG Nordheide).

sid

Kommentare