Gold wieder weg! Robles wird disqualifiziert

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Dayron Robles ist über 110 Meter Hürden disqualifiziert worden.

Daegu - Der kubanische Weltmeister über 110 Meter Hürden, Dayron Robles, ist disqualifiziert worden. Robles' Konkurrent Liu Xiang aus China, der die Bronzemedaille gewann, hatte Protest gegen die Wertung des Rennens eingelegt.

Das silberne Kreuz glitzerte am Hals, Gold hatte er fast schon in der Hand - doch am Ende stand Dayron Robles ganz ohne Medaille da. Der Olympiasieger und Weltrekordler aus Kuba gewann zwar bei der Leichtathletik-WM in Daegu das mit Spannung erwartete Finale über 110 Meter Hürden, wurde später aber nach einem Protest der Chinesen disqualifiziert.

“So will ich nicht gewinnen. Es ist eigentlich schon sehr enttäuschend, wenn es so läuft, auch wenn ich sehr nah dran war am Sieg“, sagte der neue Weltmeister Jason Richardson aus den USA.

Robles war in 13,14 Sekunden über die zehn 106,7 Zentimeter hohen Hürden geflitzt. Er berührte aber an der vorletzten von ihnen seinen chinesischen Rivalen Liu Xiang. Das war freilich erst in Zeitlupe zu sehen, als Robles schon seine Ehrenrunde lief. “Ich bin voller Freude. Ich bin so glücklich, dass ich Kuba dieses goldene Geschenk geben kann“, sagte der 24-Jährige in einer ersten Reaktion. “Bei meiner vierten WM habe ich bewiesen, dass alles möglich ist“ - sogar eine Disqualifikation.

Der zweitplatzierte Richardson hatte 13,16 Sekunden benötigt, rückte aber vom Silber- auf den Goldrang vor. “Natürlich bin ich glücklich. Ich habe hart genug gearbeitet, um hier oben zu stehen“, meinte er. Athen-Olympiasieger Liu (13,27) wurde letztendlich Zweiter vor dem Briten Andrew Turner (13,44).

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Es krachte und schepperte im Hürdenwald, und hinter den Kulissen ging es gerade so weiter: “Ich habe gespürt, wie jemand meinen Ellbogen berührt hat und dann habe ich kurz das Gleichgewicht verloren“, erklärte Liu die kritische Situation. Der chinesische Verband legte ein Protest beim Kampfgericht ein, ein Gegenprotest der Kubaner blieb am späten Montagabend (Ortszeit) erfolglos.

Und so wurde ein Satz, den Richardson unmittelbar nach dem Finale gesagt hatte, ganz schnell wahr: “Eine Silbermedaille zu gewinnen, ist ein unglaubliches Gefühl. Und die Goldmedaille wird es in der Zukunft ganz sicher geben.“

Einer der Verlierer neben Robles war auch David Oliver. Der Weltjahresbeste aus den USA verpasste als Vierter nach dem Aus von Robles die Medaillenränge. Mit dem Olympia-Dritten, Liu und Robles standen erstmals bei einer internationalen Meisterschaft die drei schnellsten Hürdensprinter der Leichtathletik-Geschichte zusammen in einem Endlauf. Ausgerechnet der Mann aus Guantánamo hatte zuvor in martialischen Worten prophezeit: “Ein Fehler - und du bist tot.“

Endstation Halbfinale hieß es für den Wattenscheider Willi Mathiszik. Der 27-Jährige kam im ersten Lauf in schwachen 13,81 Sekunden nur auf den letzten Platz, durfte sich aber damit trösten, den Titelverteidiger rausgekegelt zu haben: Mathiszik war im ersten Vorlauf schneller als Ryan Brathwaite aus Barbados.

dpa

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