Gold für Phelps - Deutsche im Pech

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Michael Phelps hat Gold gewonnen

Shanghai - Michael Phelps durfte endlich ganz oben auf dem Podest stehen. Dagegen kamen deutsche Hoffnungsträger nicht mal über den Vorlauf hinaus. Hendrik Feldwehr fehlte wie in Rom nicht viel zu Bronze.

Platz vier für Hendrik Feldwehr, ansonsten vor allem Enttäuschungen: Am Tag vor Britta Steffens mit Spannung erwarteten erstem Einzelstart haben Deutschlands Schwimmer bei der WM in Shanghai die Erwartungen nicht erfüllt. Feldwehr verpasste am Mittwoch nach einem starken Auftritt als Final-Vierter um 22/100 Sekunden den erträumten Medaillenrang über 50 Meter Brust und wurde vom Bundestrainer gelobt, dagegen gab es für zwei andere Endlauf-Kandidaten herbe Niederlagen.

Marco Di Carli, als Weltjahresbester über 100 Meter Freistil nach Shanghai gereist, und Kurzbahn-Europameister Markus Deibler waren im Vorlauf gescheitert. Weit weg von ihren Bestzeiten. “Hier wird jeder Fehler sofort bestraft, wir sind hier nicht bei einem Kinderwettkampf“, sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Auf schnelle Rennen von Steffen hofft die Trainer-Crew. Sie wird bis zum Sonntag über 50 und 100 Meter Freistil und in Topform auch in der Lagenstaffel gebraucht. Am Mittwoch verbreiteten die Verantwortlichen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) vorsichtigen Optimismus über die Form der in der Freistil-Staffel enttäuschenden Olympiasiegerin. Dazu soll durch die Männer-Quartette, auch wenn im Team um den überzeugenden Paul Biedermann nicht alle gesund sind, die DSV-Bilanz aufgebessert werden. Bislang steht Platz acht im von China klar angeführten Medaillenspiegel zu Buche. Drei Plaketten fehlen noch zum ambitionierten Ziel von 14.

Unter dem Jubel der 12 000 Zuschauer im Oriental Sports Center feierte der Chinese Sun Yang über 800 Meter mit Weltjahresbestzeit den Sieg. 7:38,57 Minuten waren klar zu schnell für die Konkurrenz. Mit kluger Renneinteilung und dem gefürchteten Endspurt sicherte sich Italiens Schwimm-Diva Federica Pellegrini über 200 Meter Freistil in 1:55,58 Minuten wie in Rom den Titel. Bei der EM lag sie als Siegerin nur einen Platz vor Silke Lippok, diesmal sprang für die 17-jährige Pforzheimerin nach zu schnell angegangenem Rennen nur der achte und letzte Finalplatz heraus.

Die 50 Meter Brust gewann der Brasilianer Felipe Franca da Silva in 27,01 Sekunden. Feldwehr blieb hinter Cameron van der Burgh (Südafrika) auf Platz drei und dem Italiener Fabio Scozzoli auf dem zweiten Rang das Nachsehen. Schon in Rom hatte es der Essener vor zwei Jahren als Vierter nicht auf das Podest geschafft. “Ich hätte liebend gerne eine Medaille mitgenommen. Schade, dass ich nicht etwas schneller war“, sagte Feldwehr, der sich wenigstens vor einer Woche über eine Medaille hatte mitfreuen können. Seine Freundin Isabelle Härle hatte mit dem Freiwasser-Team Bronze geholt.

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Über die Langstrecke war der DSV die Nummer 1, im Becken geben die Amerikaner erwartungsgemäß das Tempo vor. Auch dank des 14-maligen Olympiasiegers Michael Phelps. Er durfte nach Silber über 200 Meter Freistil und Bronze mit der 4 x 100-Meter-Staffel im dritten Wettbewerb seinen Stammplatz auf dem Podest einnehmen: Den ganz oben. “Ich habe das Gefühl dahin zu kommen, wo ich hin will. Ich bin startklar für das, was ich vorhabe“, sagte der 26-Jährige. Über die 200 Meter Schmetterling schwamm er in 1:53,34 Minuten die schnellste Zeit des Jahres.

Noch zweimal die Zähne zusammenbeißen müssen die vom Verletzungspech heimgesuchten deutschen Wasserballer. Nach der klaren Viertelfinal-Niederlage gegen Serbien und dem Aus beim Kampf um das vorzeitige Olympia-Ticket möchte das Team von Bundestrainer Hagen Stamm in der Platzierungsrunde an diesem Donnerstag gegen die USA zumindest Kurs auf ein versöhnliches WM-Ende nehmen.

Silke Lippok fand nach dem letzten Platz im Finale schnell das Lachen wieder und hatte “zumindest beim Einlaufen und den ersten 100 Metern“ Spaß. Dagegen war der Tag für Di Carli nach Rang 19 im Vorlauf über 100 Meter Freistil und für Markus Deibler wegen Platz 22 über 200 Meter Lagen schon am frühen Vormittag gelaufen. “Das war einfach nur schlecht“, sagte Deibler. Drastischer drückte es Di Carli aus: “Das war ein Scheißrennen.“

dpa

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