400 m Lagen

Gold für Lochte: Duell gegen Phelps gewonnen

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Ryan Lochte auf dem Weg zum Sieg

London - Weltmeister Ryan Lochte hat bei den Sommerspielen in London das erste Gigantenduell mit Rekord-Olympiasieger Michael Phelps gewonnen.

Ryan Lochte demoralisierte Michael Phelps im Duell der Giganten, Sun Yang ging als erster chinesischer Olympiasieger in die Schwimmgeschichte ein, seine Teamkollegin Ye Shiwen flog geradezu zum ersten Weltrekord im Aquatics Centre: Am ersten Finaltag der Schwimm-Wettbewerbe der Spiele in London gab es ohne deutsche Beteiligung zahlreiche Höhepunkte.

Im Mittelpunkt stand das erste Aufeinandertreffen der US-Stars Lochte und Phelps, in dem der 27-jährige Lochte über 400 m Lagen in 4:05,18 Minuten deutlich die Oberhand behielt. Phelps wurde hinter Thiago Pereira (Brasilien) und Kosuke Hagino (Japan) sogar nur Vierter und verpasste in seinem 18. olympischen Finale erst zum zweiten Mal das Podest. Auch die Chance, als erster Schwimmer auf einer Strecke bei drei aufeinanderfolgenden Sommerspielen Gold zu gewinnen, ließ er ungenutzt.

„Ich wusste, dass ich es gewinnen kann, und bin jetzt einfach völlig überwältigt“, sagte der strahlende Sieger Lochte.

Seit Monaten war das Aufeinandertreffen der beiden zu einem „Jahrhundert-Duell“ hochstilisiert worden. Beim Start um 19.33 Uhr Ortszeit waren alle Vorgeplänkel Makulatur - und die Verhältnisse überraschend schnell geklärt. Selbst auf der Schmetterling-Strecke, seiner Paradisziplin, hielt Phelps auf der Außenbahn nur mühsam mit. Schwerfällig wirkten seine Armzüge, wie im Vorlauf, als er das vorzeitige Aus nur um sieben Hundertstel verhindert hatte.

So olympisch feiern die Fans die Spiele

So olympisch feiern die Fans die Spiele

Fast spielerisch schwamm Lochte unter den Augen von Amerikas „First Lady“ Michelle Obama davon. Lange schien es, als könne er Phelps gleich doppelt demoralisieren und ihm auch den Weltrekord wegnehmen. Am Ende verfehlte Lochte die Bestmarke aus Peking (4:03, 84 Minuten), schwamm aber die zweitbeste Zeit der Geschichte über diese Strecke.

„Vier Jahre Arbeit, das ist eine lange Zeit. Jetzt ist meine Zeit gekommen und ich bin bereit“, sagte Lochte nach seinem vierten Olympiasieg.

Die Wachablösung geht voran, Phelps scheint seine Form von Peking nicht mehr erreichen zu können. „Es ist richtig frustrierend, so zu starten. Es regt mich gewaltig auf. Auf den letzten hundert Metern konnte ich nicht mehr“, sagte er. Am Sonntag könnte ihm Kosuke Kitajima die Show stehlen: Der Japaner kann seinerseits über 100 m Brust seinen goldenen Olympia-Hattrick schaffen.

Doppel-Weltmeister Sun feierte anschließend über 400 m Freistil in 3:40,14 vor Titelverteidiger Park Tae Hwan (Südkorea) seinen ersten Olympiasieg. „Es ist ein Traum wahr geworden“, sagte der weinende Sieger. Den um sieben Hundertstel verpassten Weltrekord des im Vorlauf ausgeschiedenen Paul Biedermann konnte er verschmerzen.

Dagegen war Suns Landsfrau Ye über 400 m Lagen auf der Schlussbahn nicht aufzuhalten und schwamm in 4:28,43 den ersten Frauen-Weltrekord auf der Langbahn seit dem Verbot der High-Tech-Anzüge Ende 2009. Der lange führenden Weltmeisterin Elizabeth Beisel (USA) blieb nur Silber.

Zum Abschluss des ersten Tages schlug das australische Staffelquartett der Frauen über 4x100 m die favorisierten Niederländerinnen um die Weltjahresbeste Ranomi Kromowodjojo. US-Teenie-Star Missy Franklin wurde mit den USA Dritte und holte in ihrem ersten Olympia-Rennen gleich Edelmetall.

sid

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