Gewichtheber-Legende in München gestorben

München - Die Gewichtheber-Legende Wassili Alexejew ist am Freitag in München gestorben - dort wo er bei den Sommerspielen 1972 seine Laufbahn mit Gold gekrönt hatte.

Der heute 69-Jährige, der damals vor der deutschen Hoffnung Rudolf Mang (Bellenberg) triumphiert hatte, starb an akuten Herzproblemen in einer Klinik der bayerischen Landeshauptstadt.

Für Alexejew war der Triumph von München der erste von zwei Olympiasiegen. Vier Jahre später in Montreal stand der 150-kg-Koloss wieder ganz oben auf dem Podest. Je achtmal wurde der „russische Bär“ Weltmeister und Europameister und hob nicht weniger als 80 Weltrekorde. Dies schaffte kein anderer annähernd und auch kein anderer Gewichtheber wurde in seiner Karriere so berühmt wie er. Sein letzter Dreikampf-Weltrekord von 645 Kilo ging in die Ewigkeit ein, da nach Streichung des Drückens später nur noch ein Zweikampf bestritten wird.

Der sowjetische Superheber Alexejew gewann 1972 in München den damaligen Dreikampf (235 kg Drücken, 175 Reißen, 230 Stoßen) mit einer Gesamtlast von 640 Kilo souverän vor Mang (610) und DDR-Heber Gerd Bonk (572,5). Bei der EM im gleichen Jahr in Constantz/Rumänien siegte Alexejew nur knapp mit 632,5 zu 630 Kilo vor Mang.

Einer der Höhepunkte in Alexejews Karriere war die Spartakiade 1970, bei der er an einem Abend sieben Weltrekorde aufstellte. Den Tiefpunkt erlebte der alternde Alexejew zehn Jahre später, als er bei Olympia in Moskau am Anfangsgewicht scheiterte.

Nach dem Karrierenende arbeitete Alexejew als Trainer in Schachty bei Rostow. Von 1990 bis 1992 war er Nationaltrainer der UdSSR, deren Mannschaft unter seiner Führung bei Olympia 1992 in Barcelona fünf Siege und zehn Medaillen feierte. In Schachty, wo eine Schule nach ihm benannt ist, erhielt er 1996 die Ehrenbürgerschaft.

sid

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