Gestürzte Bobfahrer wohl außer Lebensgefahr

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Ein Wagen der Bergwacht steht vor der Kurve, in die der kanadische Viererbobpilot Chris Spring und seine Crew beim Training zum Weltcup in der Bobbahn in Altenberg geprallt war.

Altenberg - Für die im Training kurz vor dem EM-Auftakt in Altenberg gestürzten kanadischen Bobfahrer besteht anscheinend keine Lebensgefahr. Die betroffene Mannschaft hält sich aber zurück.

Das wurde aus Kreisen der kanadischen Mannschaft bekannt. Demnach konnte einer der drei Verletzten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Eine offizielle Bestätigung und genauere Informationen lieferten zunächst allerdings weder der Weltverband FIBT noch der Veranstalter.

„Ich gehe davon aus, dass alle Athleten bei Bewusstsein sind. Genauere Angaben kann ich aber nicht machen, denn die kanadische Mannschaft hat noch keine offiziellen Informationen über den Gesundheitszustand geliefert“, sagte Rainer Jacobus, Vizepräsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), auf einer Pressekonferenz.

Weltverbandspräsident Ivo Ferriani wollte die Sportler noch am Freitag im Krankenhaus besuchen. „Ich will, wenn möglich, mit ihnen sprechen. Es tut mir sehr leid für sie“, sagte der Italiener, der eine lückenlose Aufklärung des Unfalls des Vierer-Bobs um den kanadischen Piloten Chris Spring versprach. Allerdings bewies die FIBT bislang kein gutes Krisenmanagement. Erst 21 Stunden nach dem Unfall gab es eine ofizielle Stellungnahme.

Am Donnerstag war der etwa 630 Kilogramm schwere Bob von Spring bei dessen erster Fahrt in Altenberg schwer gestürzt. Drei der vier Crewmitglieder mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Spring soll in der Uniklinik Dresden operativ ein Stück Holz aus dem Oberschenkel entfernt worden sein.

Der Schlitten war kurz vor dem Ziel in Kurve 16 mit hoher Endgeschwindigkeit in den oberen Bretterverschlag gerast und hatte dort mehrere Holzlatten mitgerissen. „Es gab zuvor einen Fahrfehler in Kurve 15, bei dem der Bob kräftig durchgeschüttelt wurde. Vielleicht hat der Pilot dadurch die Einfahrt in Kurve 16 komplett verpasst“, mutmaßte BSD-Sportdirektor Thomas Schwab.

Jacobus ist sich sicher: „Es gibt keinen Anlass zu sagen, dass der Grund für den Unfall ein anderer ist als ein Pilotenfehler.“ Das Training für den auch als EM ausgetragenen Weltcup war nach dem Sturz abgebrochen worden. Die Veranstalter werden jedoch am Terminplan festhalten.

sid

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