Beckert, Pechstein und Geisreiter jubeln bei WM

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Moritz Geisreiter (Archivfoto)

Heerenveen - Am dritten Tag der Einzelstrecken-WM in Heerenveen sorgten die deutschen Eisschnellläufer mit Top-Platzierungen für Furore.

Silber für Stephanie Beckert, Bronze für Claudia Pechstein und ein „fettes Ding“ von Moritz Geisreiter: Am dritten Tag der Einzelstrecken-WM in Heerenveen sorgten die deutschen Eisschnellläufer mit Top-Platzierungen für Furore.

Wie schon am Eröffnungstag über die 3000 m feierte Team-Olympiasiegerin Beckert auch über die 5000 m Platz zwei. In 6: 56,64 Minuten blieb die Erfurterin auch deutlich vor Claudia Pechstein. Die fünfmalige Olympiasiegerin schaffte es nach Platz vier über 3000 m diesmal in 7:04,01 aufs Podium und feierte wie schon im Vorjahr in Inzell überschwänglich ihre Bronzemedaille.

„Ich bin sehr zufrieden und überglücklich mit den beiden Silbermedaillen“, sagte Beckert: „Besser konnte es nicht laufen.“ Ähnlich sah auch Pechstein ihre 26. Medaille bei einer Einzelstrecken-WM: „Ich habe mein Ziel erreicht und bin sehr glücklich. Dass Martina gewinnen würde, war klar. Dass Steffi Zweite wurde, eigentlich auch.“

Die Goldmedaille ging erwartungsgemäß an Doppel-Olympiasiegerin Martina Sablikova. Bei ihrem fünften WM-Titel in Serie über die 5000 m verfehlte die Tschechin mit 6:50,46 Minuten ihren eigenen Bahnrekord nur um eine Sekunde.

Für die Überraschung des Tages hatte zuvor Moritz Geisreiter gesorgt. „Ein vierter Platz bei der WM ist ein fettes Ding“, sagte Geisreiter. In 13:21,10 Minuten sorgte der Zwei-Meter-Mann für die beste deutsche WM-Platzierung über die zehn Kilometer seit 2001: „Dass so viel dabei herausspringt, hätte ich nicht gedacht. Jetzt gehe ich erstmal feiern.“ Zuletzt war der Chemnitzer Frank Dittrich über die 10.000 m auf einen vierten Platz gelaufen.

Den deutschen Erfolg komplett machten der Münchner Marco Weber (13:28,44) als Siebter und Alexej Baumgärtner aus Chemnitz (13:29, 02) als Neunter. Damit kamen über die längste Distanz im Eisschnelllauf erstmals bei einer WM drei Männer unter die besten Zehn.

„Das ist der Hammer“, sagte der 24-jährige Geisreiter zu der guten Bilanz der Männer. „Wir haben in dieser Saison immer wieder gezeigt, dass nicht nur die Frauen, sondern auch wir Männer gute Leistungen bringen.“

Seinen fünften WM-Titel über die 10.000 m sicherte sich Altmeister Bob de Jong aus den Niederlanden. Der 35-Jährige blieb in beeindruckenden 12:53,91 Minuten vor Landsmann Jorrit Bergsma (12:57,71) und dem Amerikaner Jonathan Kuck (13:12,66). Für de Jong war es der siebte WM-Titel bei insgesamt 18 WM-Medaillen.

Zuvor hatte Königin Beatrix den zweiten Weltmeistertitel für die kanadische Ausnahme-Athletin Christine Nesbitt gesehen. Die Olympiasiegerin von Vancouver gewann nur einen Tag nach ihrem Titel über die 1500 m auch auf ihrer Weltrekordstrecke, den 1000 m, die Goldmedaille. In 1:15,16 Minuten verwies sie Sprint-Weltmeisterin Yu Jing aus China deutlich auf Platz zwei (1:15,98). Dritte wurde die Niederländerin Margot Boer in 1:16,16. Für Nesbitt war es dritte WM-Titel in Folge über die 1000 m. Die 26-Jährige krönte damit ihre überragende Saison mit Weltrekord und doppeltem Gesamtweltcup-Triumph.

Die deutschen Starterinnen spielten über die Kurzdistanz nur eine Nebenrolle und belegten die Plätze 20 bis 22. Die Erfurterin Judith Hesse blieb in 1:18,73 knapp vor Gabriele Hirschbichler (Inzell/1:19,09) und Heike Hartmann (Inzell/1:19,34). Für die ehemalige Junioren-Vizeweltmeisterin war es das letzte Rennen ihrer Karriere.

sid

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